Düsseldorf (www.aktiencheck.de) - Die Sentimentdaten in der Eurozone haben sich zuletzt eingetrübt, mittlerweile schlägt die Unsicherheit in Bezug auf die weitere Entwicklung der Staatsschuldenkrise auch bei den Unternehmen in den Kernländern der Europäischen Währungsunion (EWU) negativ durch, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.
Dies lasse sich vor allem in den Umfragen des Verarbeitenden Gewerbes feststellen, wo die entsprechenden Ergebnisse der Einkaufsmanagerindices (PMI) mit Werten von 44,7 (Frankreich) bzw. 45,2 Punkten (Deutschland) ein Schrumpfen im Industriesektor anzeigen würden. Etwas besser sehe es da noch im Dienstleistungssektor aus. Jedoch müssten auch hier beim PMI in den meisten Ländern Werte von deutlich unter 50 Punkten hingenommen werden.
Einzig in Deutschland zeichne sich für Berichtsmonat Mai noch ein expansives Ergebnis ab. Gemäß der Schnellschätzung des Markit-Instituts sei der Saldo der Umfrage unverändert bei 52,2 Punkten geblieben. Für die kommenden Monate sei mit Blick auf die anhaltenden politischen Differenzen in den Ländern des gemeinsamen Währungsraums in Bezug auf die Weiterentwicklung der EWU und die geringere Wachstumsdynamik in den Emerging Markets eine weitere Verschlechterung der Umfragewerte einzukalkulieren. Dies würde der Analysteneinschätzung entsprechen, wonach die Eurozone im Aggregat für das Gesamtjahr 2012 ein negatives BIP-Wachstum ausweisen werde.
Als Fels in der Brandung habe sich bei den "harten" Konjunkturdaten bisher Deutschland erwiesen. So hätten die rückläufigen Auftragseingänge aus den Ländern der Eurozone durch die globale Nachfrage gut kompensiert werden können. Das robuste Momentum aus dem außereuropäischen Ausland vom März (+4,8% gg. Vm.) dürfte im Berichtsmonat April indes kaum wiederholt worden sein. Per saldo würden die Analysten mit einem Monatsminus bei den Orders von 1,0% rechnen. Der jüngste Anstieg der ifo-Exporterwartungen lasse allerdings darauf hoffen, dass die positive Grundtendenz bei den Auftragseingängen zumindest noch ein wenig anhalte. In den USA dürfte der Dienstleistungs-ISM im Mai unverändert bei 53,5 Punkten notieren. (05.06.2012/ac/a/m)
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