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Amadeus FiRe: herausforderndes GJ 2013 erwartet

Hamburg (www.aktiencheck.de) - Alexander Braun, Analyst der Montega AG, stuft die Aktie von Amadeus FiRe (ISIN DE0005093108/ WKN 509310) von "kaufen" auf "halten" herab.

Amadeus FiRe habe heute die Zahlen des zweiten Quartals 2012 berichtet. Diese hätten im Rahmen der Erwartungen gelegen und würden die Prognosen der Analysten für 2012 stützen.

Die EBIT-Marge habe in Q2 deutlich unter dem Wert des Vorjahres (14,4% vs. 16,1%) gelegen. Der Rückgang sei dabei im Wesentlichen auf die folgenden Faktoren zurückzuführen: Im Vorjahresvergleich habe es einen fakturierbaren Tag weniger gegeben, was einen negativen Ergebniseffekt von gut 400 Tsd. Euro habe. Es habe eine geringere Auslastung im Bereich Zeitarbeit (80,3% in Q2/12 vs. 81,7% in Q2/11) gegeben. Eine um 1% geringere Auslastung entspreche dabei einem Margenrückgang um ca. 0,4 PP. Die Kostenbasis sei durch den Ausbau des Vertriebsteams (negativer Effekt ca. 500 Tsd. Euro) gestiegen.

Q3 habe im Vergleich zum Vorquartal sechs fakturierbare Tage mehr, so dass die EBIT-Marge wieder deutlich ansteigen und einen Wert von über 17% erreichen sollte. Für das Gesamtjahr gehe man von einer EBIT-Marge von 15,6% aus (H1/2012: 15%).

Die IG Metall und Chemie hätten sich auf den Abschluss neuer Tarifverträge geeinigt, die ab November 2012 in Kraft treten würden. Diese würden die Einführung von zeitlich gestaffelten Branchenzuschlägen vorsehen. Zudem werde die Laufzeit von Leiharbeiterverträgen auf zwei Jahre begrenzt.

Neben den steigenden Kosten für die Zeitarbeit habe dies einen höheren Verwaltungsaufwand zur Folge. Bisher betreffe diese Neuregelung rund 25% der Arbeitnehmer von Amadeus FiRe, allerdings habe ver.di bereits angekündigt, einen ähnlichen Tarifvertrag zu verhandeln. Weitere Branchen/Gewerkschaften dürften folgen. Damit würde ein Großteil der von Amadeus FiRe beschäftigten Zeitarbeiter unter diese Regelung fallen.

Die genauen Auswirkungen dieser Neuregelung seien derzeit nur bedingt prognostizierbar, tendenziell werde das Produkt Zeitarbeit aber unattraktiver und der Aufwand bei der Vermittlung und Administration des Personals auf Seiten von Amadeus FiRe größer (mehr Wechsel der Zeitarbeiter, verschiedene Tarifregelungen sowie die Staffelungen bei den Zuschlägen müssten berücksichtigt werden, etc.).

Die Analysten hätten ihre Prognosen gesenkt und würden nunmehr für 2013 von einem Umsatzrückgang ausgehen (zuvor: +9%). Dies reflektiere die von den Analysten antizipierten, negativen Auswirkungen der neuen Tarifabschlüsse auf die Zeitarbeitsbranche. Derzeit gehe man noch nicht davon aus, dass Amadeus FiRe Kostensenkungsmaßnahmen durchführen werde, so dass die Marge im Folgejahr sinken dürfte (von 15,6% in 2012e auf 14,8% in 2013e).

Die Zahlen des ersten Halbjahres hätten im Rahmen der Erwartungen gelegen. In Q3 sei bisher keine Abschwächung der Nachfrage nach Dienstleistungen in den Bereichen Zeitarbeit und Personalvermittlung zu spüren, die Jahresprognosen der Analysten dürfte Amadeus FiRe trotz der Einführung der neuen Tarifverträge ab November (IG Metall und Chemie) erfüllen. Ab 2013 sollte Amadeus FiRe die negativen Auswirkungen der neuen Tarifregelungen spüren, weshalb man die Analystenprognosen gesenkt habe. Das neue DCF basierte Kursziel betrage 37 Euro.

Die Analysten der Montega AG stufen die Amadeus FiRe-Aktie wegen des geringen Upside-Potenzials von "kaufen" auf "halten" herunter. (Analyse vom 19.07.2012) (19.07.2012/ac/a/nw)