Düsseldorf (www.aktiencheck.de) - Im letzten Betrachtungszeitraum konnten die Indices zwischenzeitlich zulegen, mussten sich dem Druck der Bären in den letzten Tagen dann aber wieder beugen: Umso erstaunlicher empfanden die Analysten der WGZ BANK die Tatsache, dass die "üblichen Verdächtigen" diesmal nur wenig Anteil an dem zwischenzeitlichen Aufschwung hatten.
So seien die Automobile beispielsweise eher negativ aufgefallen. Auch Teile der Chemie - hierzu zähle besonders der bisherige Klassenprimus, die BASF (ISIN DE000BASF111/ WKN BASF11), die bereits bei der letzten Betrachtung eine schwächere Entwicklung gezeigt habe - hätten sich schwächer präsentiert. Der Branchenindex selbst habe durch die Performance der anderen Mitglieder aber nochmals stabilisiert werden können.
Insgesamt manifestiere sich aber der Eindruck, dass große Anleger Kasse machen und Gewinne, die sich über Jahre aufgebaut hätten, realisieren würden - sofern diese überhaupt noch vorhanden seien. In der Vergangenheit habe sich nach ähnlichen Phasen oftmals herausgestellt, dass große Unternehmen hätten verkaufen müssen, weil sie liquide Mittel gebraucht hätten. Grundsätzlich würden die Analysten zwar glauben, dass Anleger in diesen Zeiten "zuschlagen" müssten, doch hätten sie noch keine Anzeichen einer Bodenbildung.
Insofern würden die Analysten auch noch keinerlei Gründe sehen, von der Übergewichtung der defensiven Branchen abzurücken. Hier falle in erster Linie der Pharmabereich und die darin beheimatete Essilor-Aktie (ISIN FR0000121667/ WKN 863195) auf. Ihr Trend sei ungebrochen. Mit einem Kursziel von 78,30 EUR (akt. 73,69 EUR) verspreche der Wert zwar keine außergewöhnliche absolute Performance, im Umfeld eines (zumindest kurzfristig) vermutlich nachgebenden Gesamtmarkts präsentiere sich die Aktie aber sehr positiv. Daneben noch die Rück-Versicherer zu gefallen, ansonsten präsentierten sich die Branchen recht heterogen, so die die Analysten der WGZ BANK. Überzeugen können habe auch die Deutsche Telekom (ISIN DE0005557508/ WKN 555750), nicht nur wegen der Bewegung der letzten Handelstage.
Anleger, die auf die Versorger gesetzt hätten, seien unterdessen erneut enttäuscht worden. Wann werde die Branche endlich einen Boden im relativen Vergleich finden? Diese Frage gelte auch für den Bankenbereich, der zuletzt zumindest kurzfristig etwas habe zulegen können. (Ausgabe vom 24.06.2012) (25.06.2012/ac/a/m)
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