Bonn (www.aktiencheck.de) - In der Eurozone dreht sich in dieser Berichtswoche alles um die EZB-Zinsentscheidung (Do., 05.07., 13:45 Uhr), so die Analysten von Postbank Research.
Dabei würden die Analysten damit rechnen, dass die Notenbank den Leitzins auf 0,75% senke. Denn auf der vorangegangenen Sitzung des EZB-Rates hätten angeblich bereits einige Mitglieder für eine sofortige Zinssenkung plädiert. Dies werte man als deutliches Zeichen für einen weiteren Lockerungsschritt der EZB. Auch die Aussage Draghis, die EZB stünde zum sofortigen und bestimmten Handeln bereit, weise in diese Richtung. Angesichts der Tatsache, dass es zwischenzeitlich nicht zu einer deutlichen Beruhigung beim Thema Schuldenkrise gekommen sei, werde die EZB daher wohl Taten folgen lassen und den Leitzins auf das niedrigste Niveau seit Bestehen der Zentralbank senken.
Zum Monatsbeginn stünden in den USA traditionell einige viel beachtete Konjunkturdaten auf der Agenda. Dies gelte in erster Linie für den Arbeitsmarktbericht (Fr., 06.07., 14:30 Uhr), der in den letzten Monaten für Enttäuschung gesorgt habe. Darüber hinaus würden die ISM-Indices für das Verarbeitende Gewerbe (Mo., 02.07., 16 Uhr) sowie den Dienstleistungssektor (Do., 05.07., 16 Uhr) einen Einblick in die Stimmungslage der Unternehmen geben.
In den USA werde der monatliche Arbeitsmarktbericht (Fr., 06.07., 14:30 Uhr) vorgelegt. Seit Anfang des Jahres sei der Stellenaufbau dort ins Stocken geraten und habe für zunehmende Besorgnis über die Verfassung der US-Wirtschaft gesorgt. Auch für Juni erwarte man keine sprunghafte Verbesserung, jedoch immerhin eine leichte Beschleunigung auf 80.000 neu geschaffene Arbeitsplätze außerhalb des Agrarsektors. Dies dürfte jedoch nicht ausreichen, um die Arbeitslosenquote zu senken. Nachdem diese im Mai leicht auf 8,2% gestiegen sei, erwarte man für Juni, dass sie auf diesem für die USA recht hohen Niveau stagniere.
Die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe der USA habe sich im Juni gemäß einiger regionaler Einkaufsmanagerindices deutlich verschlechtert. Sowohl der Empire State-Index als auch der Philadelphia-FED-Index hätten kräftig Federn gelassen und für den nationalen ISM-Index (Mo., 02.07., 16 Uhr) nichts Gutes erahnen lassen. Man erwarte, dass das Stimmungsbarometer um 2 auf 51,5 Indexpunkte nachgebe. Dies sei zwar ein respektables Niveau, zeuge aber nicht von besonderer Dynamik in der US-Industrie. Auch das Pendant für den Dienstleistungssektor (Do., 05.07., 16 Uhr) dürfte im Juni nachgegeben haben, nachdem es seine Talfahrt im Vormonat vorübergehend habe stoppen können. Hier rechne man mit einem Rückgang von 53,7 auf 53,0 Punkte.
Aus Deutschland würden die Industriedaten für Mai vorgelegt. Sowohl die Aufträge (Do., 05.07., 12 Uhr) als auch die Produktion (Fr., 06.07., 12 Uhr) hätten zwei turbulente Monate hinter sich. Nachdem sie im März jeweils kräftig hätten zulegen können, sei im April die negative Gegenbewegung gefolgt. Für Mai rechne man mit einer moderateren Entwicklung und erwarte, dass das Auftrags- sowie das Produktionsvolumen um jeweils 0,5% gegenüber dem Vormonat gestiegen seien. Die Vorjahresraten dürften dagegen weiter nachgegeben haben, da die Anstiege im Mai 2011 jeweils noch stärker ausgeprägt gewesen seien. (29.06.2012/ac/a/m)
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