Branchenanalysen

mybet-Aktie: kombinierter Ansatz von mybet klarer Wettbewerbsvorteil

Hamburg (www.aktiencheck.de) - Alexander Braun, Analyst der Montega AG, bewertet die mybet-Aktie (ISIN DE000A0JRU67/ WKN A0JRU6) weiterhin mit dem Votum "kaufen".

Am 1. Juli sei das Gesetz zur bundesweiten Besteuerung von Sportwetten in Kraft getreten. Dieses sehe eine 5%ige Steuer auf Sportwettenumsätze vor. Die Steuer weiche damit in Bezug auf die Bemessungsgrundlage und Höhe von der Regelung in Schleswig-Holstein ab (20% auf den Hold, was ca. 3% bis 4% auf das Spielvolumen entspreche). mybet werde sich um eine Lizenz bewerben (es würden insgesamt 20 Lizenzen erteilt). Die Analysten würden davon ausgehen, dass mybet - wie schon in Schleswig-Holstein - zu den ersten lizensierten Anbietern gehören werde. Im Einzelnen würden sie die folgenden Auswirkungen sehen:

Der Online-Wettbewerb dürfte nach der Marktöffnung zunehmen. Die regulierten Anbieter hätten durch die Besteuerung einen Wettbewerbsnachteil (Besteuerung mindere den Nettoeinsatz). Allerdings würden die negativen Auswirkungen der Steuer nach Erachten der Analysten überschätzt. Die Analysten würden davon ausgehen, dass die lizensierten Anbieter die Steuer direkt vom Bruttoeinsatz abziehen und somit keine schlechteren Quoten stellen würden (was ein wichtiger Punkt für die Neukundengewinnung sei).

Zudem könnten die Kunden in Zukunft erkennen, welche Anbieter legal agieren würden. Neben der positiven Wirkung ggü. den Kunden (rechtliche Sicherheit, staatlich kontrolliertes Angebot) würden die Analysten die Vorteile vor allem beim Marketing sehen. Speziell große Verlage und Mediahäuser sowie die Sportvereine dürften bei der Auswahl der Werbepartner auf die Lizenz achten.

Im stationären Bereich sei die Wettbewerbsintensität geringer. Das Glücksspielgesetz sehe eine Beschränkung der Anzahl an Wettshops vor, wobei die genaue Anzahl pro Lizenz noch nicht bekannt sei. Insofern dürfte das künftige Wachstum von mybet in diesem Bereich vor allem durch eine Optimierung der Standorte erfolgen (Steigerung des Umsatzes pro Shop durch Fokussierung auf attraktivere Lagen und größere Shops).

Ab 1. Juli müssten alle in Deutschland erzielten Sportwettenumsätze besteuert werden. mybet werde die Steuer an die Kunden weitergeben, womit die Ergebnissituation durch die Steuer nicht direkt beeinflusst werde. Aufgrund der Vergleichsmöglichkeit der Angebote bzw. des starken Wettbewerbs im Internet sei allerdings nicht auszuschließen, dass Anbieter einen Teil der Steuer selbst tragen würden, um mit dieser Maßnahme Marktanteile zu gewinnen. Dies könnte den Druck auf die Konkurrenz erhöhen und zu einer Verschlechterung der Profitabilität führen. Zudem sei nicht auszuschließen, dass ein Teil der Kunden zu illegalen, nicht besteuerten Angeboten abwandere.

Im stationären Vertrieb sei es nach Erachten der Analysten sehr wahrscheinlich, dass die Steuer komplett an die Kunden weitergeben werden könne. Die Vergleichsmöglich der Angebote sei hier gering. Zudem stehe mybet nicht in Konkurrenz zu unregulierten Anbietern, d.h. alle Wettshops würden künftig die Steuer erheben müssen. mybet erziele rund 55% seiner Sportwettenumsätze im stationären Bereich, insofern dürfte das Unternehmen auch in Zukunft einen vergleichsweise hohen Hold (Rohertragsmarge) erzielen.

Die Analysten würden ihre Prognosen zunächst unverändert lassen, bis klar sei, ob mybet eine Lizenz erhalte und wie viele Wettshops pro Lizenzinhaber erlaubt seien. Die Ergebnisentwicklung werde stark davon abhängen, ob und in welchem Umfang es den Anbietern gelinge, die Steuer an die Kunden weiterzugeben. Tendenziell sei jedoch davon auszugehen, dass die Marge sinke. Gleichzeitig werde nach Erachten der Analysten aber ein deutlich stärkeres Wachstum möglich sein.

Für mybet im Speziellen werde entscheidend sein, wie viele Wettshops pro Lizenzinhaber erlaubt seien, da in diesem Bereich höhere Rohertragsmargen möglich seien. Dabei sollten mögliche, negative Auswirkungen als Folge einer zahlenmäßigen Beschränkung der Wettshops durch eine weitere Optimierung des Portfolios kompensiert werden.

Ungeachtet der nach wie vor bestehenden Unsicherheit bezüglich der Umsetzung des Glücksspielgesetzes und dessen Auswirkungen auf das Wettbewerbsumfeld dürfte mybet aufgrund des kombinierten Ansatzes (Online UND Offline Vertrieb) zu den Gewinnern der Glücksspielreform gehören.

Die Analysten der Montega AG bestätigen ihre Kaufempfehlung für die mybet-Aktie bei einem unveränderten Kursziel von 2,00 Euro. (Analyse vom 04.07.2012) (04.07.2012/ac/a/nw)

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