Branchenanalysen

Aktienmärkte Stimmung bleibt schlecht

Stuttgart (www.aktiencheck.de) - Der G8-Gipfel hat anscheinend viele Investoren dahingehend kurzfristig überzeugt, dass die europäische Schuldenkrise nicht ausufern wird, so die Analysten von Ellwanger & Geiger Privatbankiers.

Losgelöst von vielen blumigen Aussagen sei allerdings nicht zu erkennen, wie die Staaten der Eurozone eine Stabilisierung des Währungsraums erreichen wollten. Durch den neuen französischen Präsidenten tauche auch wieder das alte Thema Euroland-Bonds auf. Dass der Optimismus hinsichtlich des Euros doch nicht so groß sei, sei klar am Devisenkurs zu erkennen. Mit 1,2632 zum US-Dollar nähere sich der Euro wieder dem Jahrestiefstkurs, auch die Flucht in den Schweizer Franken halte trotz festem Wechselkurs weiter an.

Positive Impulse kämen aus China, hier habe ein verbessertes Investitionsklima durch neue Infrastrukturprojekte erreicht werden können. Auch die Absatzzahlen in den USA für Eigenheime hätten sich erhöht. Diese Außeneinflüsse und die gute Wirtschaftskraft Deutschlands hätten den Märkten eine Beruhigungspille gegeben. Technisch stünden die Aktienmärkte aber noch auf hölzernen Beinen.

Der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) liege nach Beendigung seiner Schulter-Kopf-Schulter-Formation zwar nun etwas außerhalb seines Abwärtskanals, die kurze Erholung habe aber nicht ausgereicht, um die wichtige 6.600-Punkte-Marke wieder zu überschreiten und damit seinen Abwärtstrend endgültig zu verlassen. Falls diese Marke nicht überschritten werde, sei ein Rückschlag auf die 6.200-Punkte-Marke jederzeit möglich. Dieser Punkt sei auch wichtig, da hier die 200-Tage-Durchschnittslinie verlaufe.

Der EURO STOXX 50 (ISIN EU0009658145/ WKN 965814) sei wieder nach den starken Rückschlägen knapp an die wichtige Marke von 2.200 Punkten herangekommen, aber hier müsste mindestens die 2.300-Punkte-Marke überschritten werden, um den alten Abwärtstrend zu verlassen. Der Dow Jones (ISIN US2605661048/ WKN 969420) sei knapp an seine 200-Tage-Linie herangekommen, um danach wieder in eine Erholung einzutreten, diese müsste den Index bis 13.000 Punkte heranführen, um neue Höchstkurse zu ermöglichen.

Die Schwäche des Euros sei für alle deutlich sichtbar und ebenso, dass die Kapitalströme am Devisenmarkt in den Schweizer Franken fließen würden. Sollte Griechenland wirklich die Eurozone verlassen, würde für die Schweizerische Nationalbank eine Zerreißprobe entstehen, ob sie den festen Wechselkurs auch wirklich halten könne. Insofern werde der 17. Juni, der Wahltermin in Griechenland, wieder einmal entscheidend sein für den weiteren Verlauf an den Aktienmärkten. Die asiatischen Marktteilnehmer hätten bereits begonnen, europäische Titel zu verkaufen, da auch hier nicht davon ausgegangen werde, dass der kommende EU-Gipfel irgendwelche wegweisenden Entscheidungen treffe.

Damit dürften die Märkte die nächsten drei Wochen weiterhin volatil bleiben, leichte Kurserholungen würden sofort von Gewinnmitnahmen gestoppt. Solange im DAX die 6.200 Punkte nicht nachhaltig unterschritten würden, bestehe noch keine Gefahr für einen weiteren stärkeren Rückschlag. Investoren seien gut beraten, sich mit einem hohen Cash-Anteil zu versorgen bzw. in gut defensiven Qualitätsaktien engagiert zu sein. Dazu würden die Henkel (ISIN DE0006048432/ WKN 604843), Novartis (ISIN CH0012005267/ WKN 904278) und Johnson & Johnson (ISIN US4781601046/ WKN 853260) gehören. Nach dem Rückfall der Edelmetallkurse sei auch für spekulative Anleger wieder der US-Silberproduzent Coeur D'Alene (ISIN US1921085049/ WKN A0RNL2) interessant. (23.05.2012/ac/a/m)

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