Detmold (www.aktiencheck.de) - Die Experten vom "Frankfurter Tagesdienst" setzen die voestalpine-Aktie (ISIN AT0000937503/ WKN 897200) auf die Watchlist.
voestalpine habe für das Geschäftsjahr 2011/12, das Ende März abgeschlossen worden sei, eine Verringerung des operativen Ergebnisses auf EBIT-Basis um 28,5% auf 704,2 Mio. EUR hinnehmen müssen. Das Ergebnis nach Steuern sei um satte 30,5% auf 413,3 Mio. EUR gesunken. Parallel habe sich das Ergebnis je Aktie im Vergleich zum Vorjahr um 1,06 EUR auf 1,98 EUR reduziert.
Vor allem Rückstellungen von 205 Mio. EUR für das laufende Kartellverfahren gegen den österreichischen Stahlkonzern hätten das Jahresergebnis unter Druck gebracht. Das deutsche Kartellamt werfe den beteiligten 30 Firmen vor, dass sie seit 1998 unerlaubte Preisabsprachen beim Geschäft mit Eisenbahnschienen getroffen hätten. Im Rahmen des Kartellverfahrens habe voestalpine bereits sein Schienenwerk in Duisburg geschlossen.
Während die Ergebnisseite somit eher weniger Grund zum Frohlocken geboten habe, hätten die Österreicher den Umsatz um 10,1% auf 12,06 Mrd. EUR steigern können. Die Aktionäre würden eine unveränderte Dividende von 0,80 EUR erhalten. Im Geschäftsjahr 2011 habe voestalpine von seiner starken Position im Bereich der Stahlverarbeitung und -veredelung profitierte. Man beliefere dabei Kunden aus der Automobilindustrie, dem Maschinenbau sowie der Energiewirtschaft, der Luftfahrt, der Bahn- und Bauindustrie.
Dank dieser breiten Aufstellung könne voestalpine die Schwankungen im klassischen Stahlgeschäft, das rund ein Drittel der Erlöse erwirtschafte, besser kompensieren. Somit sei der Konzern bislang deutlich besser durch die Krise gekommen als der wesentlich größere deutsche Wettbewerber ThyssenKrupp. Auch 2012 dürfte die Stahlindustrie in Europa nicht aus dem Krisenmodus finden.
Die Volatilität des Geschäfts werde vor allem durch die fallenden Rohstoffpreise verstärkt. Für den voestalpine-Chef, Wolfgang Eder, sei das eine hochspannende, extrem volatile Zeit. "So habe ich das überhaupt noch nie erlebt und ich kenne das jetzt relativ lang", so Wolfgang Eder weiter in seiner Kommentar zur herausfordernden Gemengelage. Entsprechend vorsichtig bleibe er auch bei seiner Schätzungen für 2012, wo er mit einem bereinigten EBIT auf Vorjahresniveau rechne. Gemessen an der Situation bei vielen Rivalen sei das aber noch eine sehr komfortable Situation.
Allerdings sollte man als Investor noch nicht zu früh auf den Turnaround spekulieren. Charttechnisch befänden sich die Papiere weiter im Rückwärtsgang.
Trotz der fundamental günstigen Bewertung mit einem KGV von deutlich unter 10 und einer Dividendenrendite von fast 5% für das Geschäftsjahr 2012/13 reicht es nach Ansicht der Experten vom "Frankfurter Tagesdienst" daher für voestalpine vorerst nur zu einem Platz auf der Watchlist. (Ausgabe 83 vom 31.05.2012) (01.06.2012/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten: Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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