Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) verbuchte am Freitag recht deutliche Kursgewinne, so die Analysten der Helaba.
Damit habe sich der Leitindex schneller als gedacht von den Vortagesverlusten nach der Enttäuschung im Nachgang der Rede des EZB-Chefs Draghi erholt. Dieser habe erklärt, dass sich die Notenbank mit Ankäufen von Anleihen zunächst zurückhalten werde. Marktseitig rechne man nun damit, dass bereits im September die ersten Anleihekäufe von italienischen und spanischen Papieren vollzogen würden. Die Tatsache, dass die 10-jährigen Anleihen Spaniens noch immer im Bereich der 7%-Marke notieren würden, trage sicherlich zu dieser Erwartungshaltung bei.
Bemerkenswerterweise habe das Downgrade für Slowenien durch Moody's (auf Baa2 nach A2) und die Gefahr, dass das Land ein Kandidat für den EFSF werden könnte, am Markt kaum eine Rolle gespielt. Vielmehr habe man sich auf die positiven Unternehmensmeldungen gestürzt. Die Allianz (ISIN DE0008404005/ WKN 840400) habe mit den Quartalszahlen die Erwartungen übertreffen können. Siemens (ISIN DE0007236101/ WKN 723610) habe mit der Ankündigung, dass man mit Hilfe von Krediten eigene Aktien in einem Volumen von rund drei Milliarden kaufen werde, für Furore gesorgt.
Nachdem zuletzt die EZB den Ton an den Märkten angegeben habe, würden in dieser Woche verstärkt Unternehmensberichte in den Blickpunkt rücken. U.a. stünden die Zahlen von der Münchener Rück (ISIN DE0008430026/ WKN 843002), Deutsche Telekom (ISIN DE0005557508/ WKN 555750), Commerzbank (ISIN DE0008032004/ WKN 803200) und ThyssenKrupp (ISIN DE0007500001/ WKN 750000) auf der Agenda. Darüber hinaus würden Nachrichten rund um die Schuldenkrise für Kursausschläge sorgen.
Mit hoher Dynamik habe der DAX am Freitag wichtige Widerstandsmarken im Bereich von 6.710 und 6.775 Zählern überwunden, was in dieser Form so nicht habe erwartet werden können. Einmal mehr habe sich gezeigt, dass es sich lohne eher auf Positionen zu setzten, welche mit dem laufenden Trend korrelieren würden.
Die große Frage sei nun, wie viel Luft für den DAX noch nach oben vorhanden sei. Eine erste Kurszielmarke ergebe sich aus dem Aufwärtstrendkanal, dessen Rückkehrlinie aktuell bei 6.945 Zählern verlaufe. Diese Marke korrespondiere interessanterweise auch mit einem Projektionslevel (6.947) nach Gann. Darüber würden sich bei 7.028 und 7.105 Punkten weitere Widerstände finden. Auf der Unterseite würden die zuletzt gebrochenen Widerstände nun als Unterstützung wirken. (06.08.2012/ac/a/m)