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Markttechnik: Anleger in Sektlaune

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die Feierstimmung an den Börsen hält an, so die Deutsche Börse AG.

Auch am gestrigen Dienstag sei der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) bei 7.310 Zählern mit einem neuen Jahreshöchststand aus dem Handel gegangen. Einen weiteren Schub für das deutsche Aktienbarometer habe es mit der positiven Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Rechtmäßigkeit des Euro-Rettungsschirms gegeben. Der ESM solle nun nach Plänen von Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker am 8. Oktober seine Arbeit aufnehmen.

"Auch wenn das Urteil allgemein erwartet wurde, reagierte der DAX mit einem Sprint Richtung der Widerstandszonen um 7.400 bis 7.500 Punkte", beobachte Gregor Bauer. Ab nun gelte es für Christoph Geyer von der Commerzbank ganz besonders wachsam zu sei. Die freundliche Entwicklung an den Börsen dürfte nicht darüber hinwegtäuschen, dass nun die Fakten auf dem Tisch lägen und sich die Marktteilnehmer wieder anderen Themen zuwenden würden. "Technisch wird die Luft nun zunehmend dünner und eine Korrekturbewegung immer wahrscheinlicher."

"Erst einmal hat die Entscheidung in Karlsruhe den DAX aus einer kritischen Phase befreit", meine Bauer. Denn in der vergangenen Woche sei der deutsche Aktienindex zwar kurz über eine wichtige Widerstandszone zwischen etwa 7.150 und 7.194 Punkten nach oben ausgebrochen. "Im Anschluss fiel er am 10. September kurzzeitig erneut in diese Region zurück, um am gestrigen Dienstag - den Richterspruch aus Karlsruhe vorwegnehmend - schon mal gen Norden zu drehen und über der 7.300er Punkte-Marke zu schließen." Nach dem heutigen Kraftakt treffe der DAX nun zwischen 7.400 und 7.500 Punkten auf den im April 2011 gebildeten massiven Verkaufsbereich. "Hier beschließt sich das künftige Schicksal des hiesigen Bluechip-Index", sei der unabhängige technische Analyst überzeug. Gehe es weiter nach oben, sei ein Kurs um 8.000 Punkte in Sicht.

"Auf der anderen Seite könnte in den kommenden Tagen und Wochen Ernüchterung folgen", gebe Bauer zu bedenken. "Enttäuschungspotenzial besteht, wenn beispielsweise die konjunkturelle Entwicklung der derzeitigen Euphorie nicht folgen kann." In dem Fall biete der DAX-Bereich um etwa 6.850 bis 7.050 Zähler die nächste Unterstützung, gefolgt von der 200-Tages-Linie bei derzeit etwa 6.550 Punkten. "Hält auch diese nicht, muss mit einem Kursverfall selbst bis in den Bereich um 6.000 Zähler gerechnet werden." Abzusehen sei dieses Szenario gegenwärtig nicht.

Für Sophia Wurm von der Commerzbank bleibe das technische DAX-Kursziel für dieses Jahr unverändert der Test der Widerstandszone bei 7.500 bis 7.600 Indexpunkten. "Das sind gleichzeitig die Höchstkurse vom Vorjahr." Seit Anfang Juni gehe es für das deutsche Aktienbarometer der technischen Analystin zufolge innerhalb eines intakten mittelfristigen Aufwärtstrends bergauf. "Die zugehörige Aufwärtstrendlinie läuft bei etwa 6.700 Punkten", präzisiere Wurm. Dabei habe der DAX im August eine nach oben trendbestätigende Konsolidierung im direkten Umfeld des bisherigen Jahreshochs bei 7.194 Zählern erfahren. "Abgeschlossen wurde diese rund um die jüngste EZB-Sitzung mit einem weiteren Kaufsignal." Auf kurze Sicht sollten Anleger nach Ansicht von Wurm durchaus Konsolidierungstage mit einkalkulieren.

Die Stimmung der 300 von der Börse Frankfurt wöchentlich befragten aktiven Investoren habe sich derweil verbessert. Mit 47,2 gegenüber 41,1 Punkten aus der Vorwoche nähere sich der Bull/Bear-Index für die deutschen Bluechips wieder der Marke von 50, die Optimisten und Pessimisten voneinander trenne. 5 Prozent hätten ihre Short-Engagements verkauft und 1 Prozent der Befragten verlasse das neutrale Lager. Insgesamt würden 6 Prozent der Anleger nun steigende Kurse erwarten. Damit sinke die Anzahl der Anleger, die auf fallende Kurse setzen würden, auf 41 Prozent, 36 Prozent hätten sich für einen Anstieg des DAX positioniert.

Der Bull/Bear-Index messe das Maß an Optimismus im Markt. Dafür würden die Optimisten ins Verhältnis zu den Pessimisten gesetzt und mit den neutral Gestimmten gewichtet. Werte unter 50 Punkte würden eine pessimistische Gesamtstimmung der Anleger zeigen. (12.09.2012/ac/a/m)