Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Dass Nachrichten wie die Rettung der spanischen Banken im Rahmen der Euro-Krise nur eine kurze Halbwertszeit haben, sind die Akteure an den Finanzmärkten längst gewohnt, so die Analysten von Cognitrend in der aktuellen Ausgabe von "FX-Tagesausblick" der Deutschen Bank.
Dennoch falle im Gegensatz zu früheren Rettungsmeldungen auf: Die Renditen deutscher Staatsanleihen seien seit langer Zeit wieder so stark gestiegen, dass sie gestern zeitweise sogar den Anstieg italienischer Anleihen übertroffen hätten. Aber die Tatsache, dass die Renditen spanischer Bonds wieder deutlich angezogen hätten, möge auch die Angst der Investoren widerspiegeln, Spanien könne den Banken-Bailout, so der Vorschlag Angela Merkels, über den ESM finanzieren. Diese Idee sei insofern verwunderlich, weil die Forderungen des ESM im Ernstfall vorrangig vor Staatsanleihen bedient würden.
Somit würde man bei Durchsetzung des Vorschlags der Kanzlerin von politischer Seite das Tor für die von deutscher Seite nicht gern gesehenen Eurobonds indirekt weit öffnen. Denn wenn die Renditen für Staatsanleihen weiter steigen und folglich ein Land der Eurozone nach dem anderen eine Staatsrettung beantragen müsste, käme dieses für deren Finanzierung nicht mehr infrage. Weiter gedacht, bliebe am Ende nur noch Deutschland als Finanzier der Euro-Krise übrig, mit der Folge, dass Bundesanleihen quasi den Status von Eurobonds einnähmen. Und so würde der Markt letztlich durch die Entscheidung, Spaniens Banken über den ESM zu finanzieren, eine Entwicklung fördern, die sich die politischen Entscheider hierzulande wahrscheinlich nicht gewünscht hätten: Eurobonds vor Gründung einer Fiskalunion.
Der Euro bleibe derweil ohne Ambitionen, einen Trend zu entwickeln, inmitten seiner breiten Handelsspanne, die sich derzeit von 1,2310 bis 1,2710 erstrecke. (13.06.2012/ac/a/m)
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