München (www.aktiencheck.de) - Die Skepsis hinsichtlich Spanien und die Unsicherheit über den Wahlausgang in Griechenland bestimmten gestern weiterhin das Marktgeschehen, so die Analysten von UniCredit Research.
Insbesondere Spanien habe aufgrund seiner Aktualität im Mittelpunkt gestanden. Die Reihe offener Fragen nach Bewilligung des Hilfspakets bis zu EUR 100 Mrd. für Spaniens Banken habe sich aus Sicht der Märkte weiter verlängert. Themen wie die Finanzlage der autonomen Regionen oder Gläubiger-Nachrangigkeit oder Umsetzungswahrscheinlichkeit der Reformen hätten den Euro unter Abgabedruck und die spanischen Renditen im Aufwind gehalten, sodass mit einigen Tagen Abstand der zunächst als Beruhigung der Märkte gedachte politische Schachzug vom Wochenende letztlich als gescheitert betrachtet werden müsse.
Wenig hilfreich sei zudem die erneute Herabstufung von 18 spanischen Banken seitens der Rating-Agentur Fitch gewesen. Gehalten hätten sich gestern lediglich die internationalen Aktienbörsen. Ansonsten könnten die Analysten resümieren, die Finanzmärkte einschließlich der Devisenmärkte würden sich wieder auf dem ursprünglich eingeschlagenen Pfad befinden. Dieser Pfad beinhalte auch die Angst vor einer Verschlechterung der Finanzlage in anderen Ländern, vorrangig Italien, wie an der Ausweitung des 10J BTPBunds-Spreads erkennbar sei.
Die visionären Integrationsansätze von EU-Politikern im Hinblick auf den Ende Juni stattfindenden Gipfel würden sich gegenwärtig nicht als adäquates Gegengewicht zu den akuten Problemen erweisen. Wie gestern schon erwähnt, werde möglicherweise auch Zypern ein Kandidat für den Rettungsschirm, wenngleich sich die erforderliche Summe vermutlich im einstelligen Milliardenbereich bewegen würde. Angesichts der umfassenden EWU-Problematik müsse selbstverständlich immer mit Überraschungen, vor allem negativer Natur, gerechnet werden.
Dennoch könnte heute nach längerer Zeit einmal wieder die US-Konjunkturentwicklung kurzzeitig in den Vordergrund rücken. Veröffentlicht würden die Mai-Einzelhandelsumsätze. Unsere Volkswirte sind leicht pessimistischer als der Konsens, so die Analysten von UniCredit Research. Ein Wert um -0,3% würde an den Devisenmärkten allerdings kaum in Gewicht fallen. Anders wäre die Lage bei deutlich rückläufigen Umsätzen, da in jenem Fall das Thema QE3 wieder auf der Tagesordnung stünde und der Dollar vorübergehend unter Druck geriete.
Grundsätzlich würden die Analysten aber bei ihrer Einschätzung bleiben, dass sich EUR/USD bis zum Wochenende um die 1,25 bewegen sollte - Tagesausflüge von 50 bis 60 Bp zu beiden Seiten eingeschlossen. (13.06.2012/ac/a/m)
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