Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) präsentierte sich gestern mit zwei Gesichtern, so die Analysten der Helaba.
Im frühen Geschäft habe das negative Sentiment überwogen, was den deutschen Leitindex unter die technisch so immens wichtige Marke von 6.370 Zählern (das Tagestief sei bei 6.324 Punkten markiert worden) habe abrutschen lassen. Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi, dass die EZB "alles zum Erhalt des Euro tun werde", (es gehe wohl um den Aufkauf von Staatsanleihen pleitebedrohter Länder), hätten für einen sehr eindrucksvollen "shortsqueeze" gesorgt. In der Folge sei positives Terrain zurückerobert worden.
Die am Nachmittag veröffentlichten US-Daten hätten ebenfalls positiv gewirkt, wodurch die Kursgewinne nochmals ausgeweitet worden seien. Der Schlusskurs von 6.582 Punkten habe entsprechend komfortabel über dem 200-Tages-Durchschnitt gelegen. Unter den Einzeltiteln seien besonders die Papiere der Commerzbank (ISIN DE0008032004/ WKN 803200), E.ON (ISIN DE000ENAG999/ WKN ENAG99), und Deutsche Bank (ISIN DE0005140008/ WKN 514000) gesucht gewesen. Auf der anderen Seite hätten MAN (ISIN DE0005937007/ WKN 593700), Siemens (ISIN DE0007236101/ WKN 723610) und VW (ISIN DE0007664039/ WKN 766403) zu den größten Verlierern gezählt.
Die Vorgaben für den heutigen Handelsstart würden darauf hindeuten, dass der DAX mit leichten Verlusten starten werde. Der Kursanstieg von gestern sei sehr deutlich ausgefallen, auch gelte es zu bedenken, dass die Krise allmählich bei den Unternehmen ankomme. So berichte ThyssenKrupp (ISIN DE0007500001/ WKN 750000) von schwachen Auftragseingängen, was dazu führe, dass bereits ab August Kurzarbeit eingeführt werde. Zunächst sollten, wie zu hören sei, 2.000 Mitarbeiter betroffen sein.
Mit dem überraschend deutlichen Kursanstieg von gestern sei der DAX in einen wichtigen Widerstandsbereich von 6.580/6.620 Punkten vorgedrungen. Spätestens an letztgenannter Marke werde sich zeigen müssen, ob die Kraft des Marktes ausreiche, um diese Hürde nachhaltig zu überspringen. Gelinge dies nicht, womit zumindest im ersten Versuch gerechnet werden müsse, würden sich Supports bei 6.480 und 6.446 Zählern finden. (27.07.2012/ac/a/m)
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