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Index- und Partizipationszertifikate

Video-Einleitung

Es gibt viele unterschiedliche Arten von Partizipations- Zertifikaten. Aus diesem Grund kann dieser Zertifikate-Typ als Oberbegriff für viele andere Derivate bezeichnet werden. Partizipations-Zertifikate sind Zertifikate, bei denen ein Anleger an der Wertentwicklung eines zugrunde liegenden „Basiswerts“ teilnimmt. Der Basiswert ist demnach auschlaggebend, welchen Namen das Zertifikat erhält. Zu den Partizipations-Zertifikate zählen neben den Index-Zertifikaten zahlreiche weitere Anlagezertifikate (z. B. Bonus-, Discount-, Garantie- oder Express-Zertifikate sowie Aktienanleihen) mit jeweils individuellen Eigenschaften.

Zertifikate und deren Basiswerte

Zertifikate sind Schuldverschreibungen, die von Kreditinstituten herausgegeben („emittiert“) werden. Als Basiswert („Underlying“) wird derjenige Vermögensgegenstand bezeichnet, auf dessen Wertentwicklung („Performance“) sich ein Zertifikat bezieht. Einzelaktien, Aktienindizes, Währungen oder Rohstoffe gehören zu den möglichen Basiswerten. Zertifikate weisen meistens keine feste Verzinsung auf. Je nach Ausgestaltung eröffnen Zertifikate unterschiedlich große Gewinnchancen und Verlustrisiken. Zertifikate werden neben der Börse auch außerbörslich durch die ausgebende Bank („Emittent“) gehandelt.

Worin unterscheiden sich die Basiswerte von Index-Zertifikaten von denen anderer Partizipations-Zertifikate?

Index-Zertifikate sind eine Teilgruppe der Partizipations-Zertifikate und nehmen im Verhältnis von 1:1 an der Wertentwicklung eines Aktienindex teil. Es handelt sich hierbei um eine transparente Geldanlage, bei der Anleger bereits mit relativ geringem Kapitaleinsatz in hohem Maße Diversifikationseffekte nutzen und sein Vermögen streuen können. Index-Zertifikate können sich auf einen „Performanceindex“ oder auf einen „Kursindex“ beziehen. Bei einem Performanceindex werden (im Gegensatz zu einem Kursindex) gezahlte Dividenden wieder reinvestiert, was jährlich zu einer um einige Prozent höheren Rendite im Vergleich zu Kursindex-Zertifikaten führen kann. Für den Anleger ist daher die Investition in einen Performanceindex vorteilhafter. Der deutsche Aktienindex (DAX) ist ein Performance-Index, während es sich bei dem europäischen Aktienindex DJ Euro Stoxx 50, dem US-amerikanischen Dow Jones, dem französischen CAC 40 und dem britischen FTSE 100 um Kursindizes handelt. Andere Partizipations-Zertifikate sind an einzelne Aktien, Aktienindizes, Währungen oder Rohstoffe gebunden. Auf Fremdwährungen lautende Partizipations-Zertifikate bergen für den Anleger ein Währungsrisiko. Sogenannte „Quanto-Zertifikate“ sichern das Währungsrisiko ab, indem der Umrechnungskurs (gegen eine laufende Gebühr) festgeschrieben ist.

Vergleich von Zertifikaten mit einem Direktinvestment

    Vorteile eines Index-Zertifikates
  • Aufgrund der Streuung auf die verschiedenen, in einem Index enthaltenen Einzelaktien verringert sich das Anlagerisiko. Kursrückgänge einzelner Aktien wirken sich nur gedämpft auf den Kurs eines Index-Zertifikates aus („Diversifikation“).
  • Ein Index-Zertifikat kann bereits mit einem kleinen Kapitaleinsatz erworben werden. Die Abbildung eines Aktienindex (durch Kauf aller Einzelwerte entsprechend der Gewichtung eines Index) wäre für einen einzelnen Anleger mit einem hohen Aufwand verbunden, zumal sich die Zusammensetzung eines Index häufig ändert.
  • Index-Zertifikate verursachen geringere Kosten als andere Anlageformen, da bei Index-Zertifikaten keine laufenden Kosten durch Wertpapiertransaktionen entstehen.
  • Index-Zertifikate mit unbegrenzter Laufzeit ermöglichen die Teilhabe an der langfristigen Wertentwicklung, auch wenn vorübergehend Kursrückgänge auftreten sollten. Bei steigenden Aktienkursen erfolgt eine unbegrenzte Teilnahme an Kursgewinnen.
  • Die Wertentwicklung eines Index-Zertifikates ist meistens höher als diejenige von Investments in einzelne Aktien. Nur einer Minderheit der fortlaufend Aktien kaufenden und verkaufenden Investmentfonds („aktiv gemanagten“ Fonds) und in Einzelaktien investierenden Anlegern gelingt es tatsächlich, dauerhaft eine bessere Wertentwicklung als ein Index zu erreichen.
  • Ein großer Vorteil von Index-Zertifikaten liegt in der Transparenz der Kursentwicklung, da sich aus dem aktuellen Stand eines Aktienindex der Kurs des Zertifikates leicht ermitteln lässt.
  • Da ein Kreditinstitut, das ein Index-Zertifikat ausgibt, einen börsentäglichen Kauf und Verkauf ermöglicht, kann der Anleger sein Indexzertifikat jederzeit zum aktuellen Kurs verkaufen.

Vorteile anderer Partizipations-Zertifikate

Andere Partizipations-Zertifikate zeichnen sich z. B. durch überdurchschnittliche Kurschancen, einen erhöhten Schutz bei Kursrückgängen des Basiswertes oder eine garantierte Kapitalrückzahlung aus.

Chancen & Risiken

Gewinne lassen sich mit Index-Zertifikaten bei steigenden Kursen des Basiswertes erzielen, während bei Kursrückgängen des Basiswertes Verluste entstehen können. Um zwischenzeitlich stets mögliche Kursrückgänge überbrücken zu können, sollte die Anlagedauer bei Index-Zertifikaten für einen mittelfristigen, mehrjährigen Zeitraum gewählt werden.
Gegenüber Investmentfonds weisen Index-Zertifikate ein Emittenten-Risiko auf: Bei Zahlungsunfähigkeit der herausgebenden Bank wird das Zertifikat wertlos. Dies ist bei Investmentfonds nicht der Fall, da deren Wertpapiere als Sondervermögen vom Vermögen der Bank getrennt sind.
Zur Altersvorsorge eignen sich solche Index-Zertifikate weniger, die an einen erfahrungsgemäß stark schwankenden Index gebunden sind.
Die Chancen und Risiken anderer Partizipations-Zertifikate hängen von der individuellen Gestaltung des jeweiligen Zertifikates ab.

Die Funktionsweise von Index-Zertifikaten

Ein Index- Zertifikat ist an die Entwicklung eines bestimmten Aktienindex wie z.B. den Deutschen Aktienindex (DAX) oder den europäischen DJ Eurostoxx 50 gekoppelt. Der jeweilige Index setzt sich aus der Summe der einzelnen Aktien zusammen, die entsprechend ihrer Bedeutung unterschiedlich gewichtet sind. Der Kurs eines Index-Zertifikates folgt genau dem Verlauf des zugrunde liegenden Index.
Jedes Index-Zertifikat weist ein bestimmtes „Bezugsverhältnis“ auf. Ist ein Index-Zertifikat beispielsweise mit einem Bezugsverhältnis von 1:100 ausgestattet, so besagt dies, dass das Zertifikat sich auf ein Hundertstel des Index bezieht. Ist ein Index-Zertifikat mit dem Basiswert DAX mit einem Bezugsverhältnis von 1:100 versehen und liegt der DAX 8.000 bei Indexpunkten, so hat das Zertifikat einen Kurswert von 80 Euro. Steigt der DAX auf 10.000 Punkte, so erhöht sich der Wert des Index-Zertifikates auf 100 Euro.
Oft ist die Laufzeit von Index-Zertifikaten unbefristet, also endlos („open end“). Es werden aber auch Index-Zertifikate mit ein- oder zweijähriger Laufzeit angeboten.

Was muss beim Kauf beachtet werden?

Wer an einer langfristigen Anlage interessiert ist, der wird ein Index-Zertifikat mit einer unbefristeten Laufzeit wählen, um Kosten bei der Wiederanlage seines Kapitals nach Fälligkeit eines befristeten Zertifikates zu vermeiden.
Bei allen Partizipations-Zertifikaten sollte die vom Emittenten angegebene Spanne zwischen Kauf- und Verkaufskurs nicht zu groß ausfallen. Als Emittent sollte eine Bank mit ausgewiesener Expertise gewählt werden, die jederzeit faire Kurse stellt und auch einen Fachservice für die Zertifikate-Anleger bereithält. Die Bonität des Emittenten muss einwandfrei sein, da bei Insolvenz einer Bank die von ihr ausgegebenen Schuldverschreibungen (z. B. Zertifikate) an Wert verlieren können („Emittentenrisiko“).

In welchen Marktlagen empfiehlt sich der Kauf welches Partizipations-Zertifikates?

Entscheidend für die Auswahl eines bestimmten Partizipations-Zertifikates ist die Einschätzung des Anlegers über die weitere Marktentwicklung:
Index-Zertifikate empfehlen sich bei Annahme einer langfristigen Aufwärtsentwicklung eines Aktienindex.

Für wen eignen sich Index- und andere Partizipations-Zertifikate?

Index-Zertifikate sind für Anleger interessant, die zwar mit einer längerfristigen Aufwärtsentwicklung des Aktienmarktes rechnen, jedoch nicht in einzelne Aktien investieren möchten. Weniger spekulativ eingestellte Anleger, die das Risiko von Anlagen in einzelne Aktien nicht eingehen möchten und dafür bereit sind, auf die mit Einzelanlagen verbundenen Kurschancen zu verzichten, können Index-Zertifikate wählen. Durch den Diversifikationseffekt reduziert sich für den Anleger gegenüber einem Direktinvestment das Anlagerisiko. Aber auch für Anleger, die ihr mit Einzelaktien versehenes Depot mit einem risikoärmeren Basisinvestment ergänzen wollen, das mögliche hohe Kursschwankungen von Einzelwerten dämpft, eignen sich Index-Zertifikate. Andere Partizipations-Zertifikate erfordern umfassende Kenntnisse und Erfahrungen zu der jeweiligen Produktart und zum ausgewählten Basiswert, um Chancen und Risiken gut einschätzen zu können.

Das richtige Partizipations- oder Index-Zertifikat finden

Mit dem Zertifikate-Vergleich auf OnVista können Partizipations- oder Index-Zertifikate bequem und übersichtlich nach diversen Merkmalen und Kennzahlen miteinander verglichen werden. So lässt sich schnell das passende Zertifikat finden.

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