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 14.09.2012  14:16:17  (dpa-AFX) 5728 Datensätze gefunden
ROUNDUP: Draghi will vor Bundestag sprechen - Ausschüsse laden ein
BERLIN (dpa-AFX) - Angesichts der deutschen Kritik an seiner Position in der
Eurokrise hat sich EZB-Chef Mario Draghi zu einem Auftritt im Bundestag
bereiterklärt. 'Sollte mich der Bundestag einladen, komme ich gerne', sagte er
der 'Süddeutschen Zeitung'. 'Das wäre eine gute Gelegenheit zu erklären, was wir
tun.' Zu einer Rede vor dem Plenum wird es aber nicht kommen. Stattdessen haben
der Haushalts- und der Europaausschuss Draghi eingeladen. Einen Termin gibt es
noch nicht.

Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) dankte Draghi für sein Angebot. Er
sagte am Freitag in Berlin, er werde sich darum bemühen, bald ein geeignetes
Format für das Gespräch mit 'besonders interessierten und beteiligten
Abgeordneten' zu finden. Nach Umfragen misstraut fast die Hälfte der Deutschen
dem EZB-Präsidenten. Dies erschwere seine Arbeit, sagte Draghi der 'SZ'. 'Ich
muss mehr tun, um unsere Maßnahmen zu erklären', räumte der Italiener er.

Die Unionsfraktion lehnte eine Rede im Plenum des Parlaments rundweg ab. 'Ein
großer Auftritt im Plenum wäre nicht angezeigt, weil dieser leicht dahingehend
missverstanden werden könnte, dass die Zentralbank in eine Abhängigkeit von der
Politik rückt', erklärte ein Fraktionssprecher. 'Gegen Gespräche mit den
zuständigen Fachausschüssen wäre aber nichts einzuwenden.' Die jüngsten
Beschlüsse der Europäischen Zentralbank gingen an die Grenze des EZB-Statuts,
sagte der Sprecher weiter.

Draghi steht vor allem für den Beschluss der EZB in der Kritik, unbegrenzt
Anleihen angeschlagener Euro-Länder zu kaufen, die unter hohen Zinsen leiden.
Damit erleichtert die Zentralbank die Finanzierung von deren Staatsschulden. Der
EZB-Präsident betonte, dass diese Anleihen nur gekauft würden, wenn die
profitierenden Staaten strenge Auflagen erfüllten.

Draghi ging in dem Interview auch auf den Angriff von CSU-Generalsekretär
Alexander Dobrindt ein, der ihn einen Falschmünzer genannt hatte. 'Ich denke,
Dobrindt wird seine Meinung ändern, wenn er die Ergebnisse sieht.' Das
Kaufprogramm zeige bereits positive Ergebnisse. Weltweit nehme das Vertrauen in
den Euro zu. 'Fondsmanager bringen ihr Geld zurück nach Europa, das ist gut für
die Wirtschaft.'/tl/DP/stb
Quelle: dpa-AFX

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