'FTD': Bundesbank erteilt Monti-Plan zu EZB-Anleihekäufen AbsageHAMBURG (dpa-AFX) - Die Bundesbank lehnt Anleihekäufe der Europäischen
Zentralbank (EZB) im Auftrag der Euro-Rettungsfonds EFSF und ESM laut einem
Zeitungsbericht ab. Entsprechende Forderungen von Italiens Premier Mario Monti
bezeichneten Bundesbankkreise gegenüber der 'Financial Times Deutschland'
(FTD/Freitag) als 'monetäre Staatsfinanzierung' und damit als 'Bruch der
EU-Verträge'. Hintergrund sei, dass die EZB in diesem Fall nicht aus
geldpolitischen Gründen Anleihen kaufen würde, sondern mit dem fiskalpolitischen
Ziel, Italien eine billigere Schuldenaufnahme zu ermöglichen.
Monti fordert laut 'FTD' Unterstützung an den Anleihemärkten. Allerdings sollen
seinem Plan zufolge nicht wie zuletzt diskutiert die Euro-Rettungsfonds, sondern
die Europäische Zentralbank (EZB) als Käufer am Sekundärmarkt aktiv werden, um
die Renditen zu drücken und so den Zinsdruck zu lindern. EFSF und ESM würden die
Notenbank nur vor einem Teil der möglichen Verluste schützen, indem sie für die
Anleihen eine teilweise Ausfallgarantie aussprechen.
Die beiden Euro-Schwergewichte Spanien und Italien stehen an den Anleihemärkten
extrem unter Druck. Die Risikoaufschläge für Staatstitel der Krisenländer haben
kritische Niveaus erreicht - neue Papiere am Markt zu platzieren, wird immer
teurer. Bei der Bundesbank verweist man laut 'FTD' auf das bestehende Regelwerk
von EFSF und ESM. Demnach können Länder mit hohen Risikoaufschlägen die
Rettungsfonds jederzeit darum bitten, die Risikoaufschläge durch Aufkauf von
Staatsanleihen zu senken.
Im Gegenzug müssen sich die Länder dann jedoch Reform- und Sparbedingungen
unterwerfen, die mit den Fonds ausgehandelt würden. EZB-Direktoriumsmitglied
Benoit Coeuré hatte Not leidende Euroländer am Donnerstag dazu aufgerufen, von
dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen. Aus der Bundesbank hieß es, sie
unterstütze Coeurés Vorstoß./hbr/stw
Quelle: dpa-AFX