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AKTIE IM FOKUS: Dividendensorgen werden RWE zum Verhängnis - Merrill stuft ab

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die neue Dividendenpolitik von RWE sorgt auch in der neuen Woche unter Analysten und Anlegern für Skepsis und Verunsicherung. Die US-Investmentbank Merrill Lynch senkte am Montag ihr Anlageurteil für die Aktie des Essener Versorgers. Ebenfalls kritisch äußerte sich das Analysehaus Independent Research. Es gab aber auch positive Stimmen.

Das Papier setzte seine am Freitag begonnene knapp vierprozentige Talfahrt fort und büßte am Montagvormittag weitere 1,66 Prozent auf 26,58 Euro ein. Der Dax stieg zugleich um 0,70 Prozent.

Der angeschlagene Energiekonzern RWE hatte am Freitagnachmittag mit dem Hinweis auf eine größere Flexiblität die Änderung seiner Dividendenpolitik angekündigt. Statt wie bisher 40 bis 50 Prozent seiner bereinigten Nettogewinne auszuschütten, will sich RWE ab 2015 beim Dividendenvorschlag auch an den operativen Mittelzuflüssen, der Verschuldungssituation und der Ertragslage des Konzerns orientieren und Investitionschancen berücksichtigen.

'KEIN VERTRAUEN MEHR IN GEWINN'

"Die neue Dividendenpolitik führt zu einer höheren Unsicherheit hinsichtlich der Ausschüttungshöhe", moniert Analyst Sven Diermeier von Independent Research. Analyst Peter Bisztyga von Merrill Lynch vermutet hinter der angekündigten Änderung der Dividendenpolitik des Versorgers sogar eine versteckte Gewinnwarnung. RWE habe seine bisherige Dividendenpolitik gegen eine vagere ausgetauscht, merkte er an.

"Unseres Erachtens signalisiert dies, dass RWE kein Vertrauen mehr hat, das Konzernergebnis je Aktie (EPS) über dem erforderlichen Niveau von 2,00 Euro zu stabilisieren, um eine Dividende von 1,00 Euro je Aktie aufrecht zu erhalten", schreibt Biaztyga. Er sieht nun eine 50-prozentige Gefahr einer Dividendenkürzung für 2014.

UBS-Analyst Patrick Hummel deutete den Beschluss von RWE allerdings in genau die andere Richtung. "Tatsächlich erhöht die neue Dividendenpolitik des Unternehmens die Sicht auf eine stabile Dividende von 1,00 Euro", lautete seine Schlussfolgerung.

'DIVIDENDE WÄRE WOMÖGLICH GESUNKEN'

Analyst Diermeier von Independent Research verwies mit Blick auf künftige Ausschüttungen auf die Macht der kommunalen Aktionäre, die insgesamt mit rund 25 Prozent an RWE beteiligt sind. Diese dürften auf eine mindestens stabile Dividende drängen, um ihre Haushalte nicht weiter zu belasten.

"Unter der alten Politik wäre die Dividende womöglich weiter gesunken", schrieb UBS-Analyst Hummel und verwies auf seine Erwartung, dass der Gewinn je Aktie in den kommenden Jahren unter 2,00 Euro sinken werde.

DIVIDENDE AUS DER SUBSTANZ GEZAHLT

Die neue Berechnungsgrundlage habe einen stärkeren Bezug zur wirtschaftlichen Gesamtlage des Unternehmens, hatte Vorstandschef Peter Terium dies begründet. Der Beschluss bedeute keine Festlegung, dass - wie 2013 - auch für 2014 eine Dividende von 1,00 Euro pro Aktie gezahlt werde, hatte es weiter geheißen. 2013 hatte RWE trotz Verlusten in Milliardenhöhe 1,00 Euro Dividende pro Aktie gezahlt - Geld, das aus der Substanz kam und RWE für Zukunftsinvestitionen und den Schuldenabbau fehlte./ck/das/fbr

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19.12.2014, 22:25, Tradegate

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