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Aktien Frankfurt: Dax wieder im Rückwärtsgang

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat am Donnerstag wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Gegen Mittag sank der deutsche Leitindex um 1,26 Prozent auf 12 077,80 Punkte. Nach neuen Rekordständen am Freitag hatte er zwei Tage lang nachgegeben und zur Wochenmitte seine zwischenzeitlichen Gewinne bis Handelsschluss fast vollständig eingebüßt.

Als Belastung sah Analyst Andreas Paciorek von CMC Markets, dass EZB-Chef Mario Draghi auf der Pressekonferenz am Vortag die Spekulationen um ein vorzeitiges Auslaufen der geldpolitischen Stützungsmaßnahmen "nicht ganz ausräumen konnte". Und Chartexperte Franz-Georg Wenner vom Börsenstatistik-Magazin Index-Radar glaubt, der Markt werde "auf lange Sicht seine Überhitzung durch eine Korrektur abbauen müssen".

EZB-GELDPOLITIK BLEIBT IM FOKUS

Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es am Donnerstag lediglich um 0,46 Prozent auf 21 470,73 Punkte nach unten, während der Technologiewerte-Index TecDax 0,81 Prozent auf 1661,20 Punkte verlor. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab um 0,96 Prozent auf 3767,40 Punkte nach. Neue Impulse könnten am Nachmittag Konjunkturdaten aus den USA liefern.

Die Europäische Zentralbank (EZB) will trotz Anzeichen einer konjunkturellen Erholung ihre geldpolitische Lockerung entschlossen umsetzen. Die Wertpapierkäufe müssten vollständig durchgeführt werden, damit sie Wirkung zeigten, hatte Draghi am Mittwoch nach der Zinssitzung des Rats der Notenbank gesagt. Die Käufe von monatlich 60 Milliarden Euro würden bis September 2016 durchgeführt - in jedem Fall aber, bis sich ein nachhaltiger Anstieg der Inflation einstelle. Eine solche Entwicklung ist laut der jüngsten Expertenbefragung der EZB in diesem Jahr aber nicht in Sicht.

AUTOTITEL VORN NACH GUTEN ABSATZZAHLEN

Aus dem Dax stachen die Autoaktien nach guten Absatzzahlen und einem positiven Kommentar der US-Investmentbank Goldman Sachs zu den Aussichten der Branche heraus. Dank kräftiger Steigerungen in Spanien und Italien stiegen die Verkaufszahlen in der Europäischen Union im März um 10,6 Prozent, teilte der Branchenverband Acea mit.

Unter den deutschen Herstellern strahlte Daimler mit einem Absatzplus von 18,9 Prozent am hellsten, was den Aktien gegen den Markttrend ein knappes Plus bescherte. Diese hätten sich zudem im Branchenvergleich bislang unterdurchschnittlich entwickelt, schrieb Goldman-Analyst Stefan Burgstaller. BMW verkaufte immerhin noch 10,6 Prozent mehr Fahrzeuge als ein Jahr zuvor, und der Absatz von Volkswagen (VW) legte um 10,0 Prozent zu. Mit Verlusten von jeweils fast einem Prozent gehörten die Titel der beiden Daimler-Konkurrenten aber immer noch zu den besseren Werten im Dax.

ANTEILSAUFSTOCKUNG VON HEDGE-FONDS HILFT DMG MORI SEIKI

Im MDax sanken die Papiere von DMG Mori Seiki nach anfänglichen Gewinnen um 0,63 Prozent. Der Hedgefonds Elliott Management Corporation von Paul Elliott Singer erhöhte seine Beteiligung an dem Werkzeugmaschinenbauer auf rund 11 Prozent. Singer gilt als aggressiver Investor, der in der Vergangenheit schon öfters bei laufenden Übernahmen dazwischengefunkt hat.

DMG Mori Seiki - ehemals Gildemeister - arbeitet bereits seit 2009 mit dem gleichnamigen japanischen Partner zusammen, der zu Jahresbeginn ein Übernahmeangebot vorgelegt hatte und bereits mehr als 40 Prozent der Aktien des Partners hält.

PLATZIERUNG BELASTET DEUTSCHE ANNINGTON

Für Deutsche Annington ging es um 0,96 Prozent auf 31,485 Euro bergab. Der Staatsfonds Abu Dhabi Investment Authority platziere einen 6,6-prozentigen Anteil an der Immobiliengesellschaft, schrieb die Nachrichtenagentur Bloomberg mit Verweis auf ein ihr vorliegendes Dokument. Die rund 23,5 Millionen Papiere würden zu je 30,80 Euro bis Marktpreis angeboten. Die Aktien waren bei 31,79 Euro aus dem Xetra-Handel gegangen.

Die gescheiterte Übernahme des Konkurrenten Conwert belastete die Aktien von Deutsche Wohnen nicht übermäßig: Sie verloren zuletzt 0,60 Prozent Das Kaufangebot für die Anteilsscheine sei für weniger als die mindestens angestrebten 50 Prozent plus eine Aktie angenommen worden, hatte Deutsche Wohnen mitgeteilt. Dieses Ergebnis sei mehr oder weniger schon befürchtet worden, kommentierte ein Händler. Commerzbank-Analyst Thomas Rothäusler begrüßte es sogar, dass Deutsche Wohnen die Offerte für den Konkurrenten nicht angehoben hat.

ZALANDO-KURSSPRUNG: ECKDATEN BESSER ALS ERWARTET

Derweil eroberten die Titel von Zalando mit plus 12,68 Prozent den Spitzenplatz im SDax der geringer kapitalisierten Werte. Die Eckdaten für das erste Quartal 2015 hätten sowohl die Zielsetzung des Online-Modehändlers als auch die Analystenerwartungen übertroffen, sagte ein Börsianer./gl/fbr


Von Gerold Löhle, dpa-AFX

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