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Aktien Frankfurt: Hoffnung auf weiteres Billiggeld treibt den Dax

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax ist am Donnerstag wieder auf Erholungskurs gegangen. Die Aussicht auf weiteres Billiggeld der Notenbanken hellte die Laune der Anleger auf. Der deutsche Leitindex hielt sich über der Marke von 10 000 Punkten und zog am Nachmittag um 1,27 Prozent auf 10 041,87 Punkte an. An den beiden Vortagen hatte das Börsenbarometer noch 2 Prozent verloren.

Die Börsen profitieren von den nachlassenden Sorgen um eine baldige Zinswende in den USA, denn niedrige Zinsen lassen Aktien im Vergleich zu anderen Anlageklassen wie etwa Anleihen attraktiv erscheinen. US-Konjunkturdaten vom Nachmittag lieferten derweil widersprüchliche Signale: So hat sich die Stimmung in der Industrie des US-Bundesstaats New York im Oktober zwar weniger erholt als erwartet. Die Zahl der US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe aber war in der vergangenen Woche vom bereits niedrigem Niveau aus weiter gefallen.

Analyst Markus Huber vom Investmenthaus Peregrine & Black verwies zudem auf die Stabilisierung an den chinesischen Börsen als positiven Faktor. Nach der scharfen Korrektur der vergangenen Monate kauften Anleger wieder.

Der MDax legte um 0,44 Prozent auf 19 673,78 Punkte zu. Der Technologiewerte-Index TecDax gewann 1,76 Prozent auf 1721,36 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verbesserte sich um 1,19 Prozent.

INFINEON SPITZE - VERSORGER MIT BERG- UND TALFAHRT

Infineon-Aktien kletterten nach Spekulationen um einen möglichen Zukauf des Halbleiter-Konzerns in den USA mit plus 4,26 Prozent auf 11,02 Euro an die Dax-Spitze. Sie schnellten damit auf den höchsten Stand seit Juli. Börsianer verwiesen auf einen Medienbericht um ein mögliches Interesse am US-Chiphersteller Fairchild Semiconductor . "Der Zukauf wäre toll und würde strategisch gut zu Infineon passen", sagte ein Händler.

Der Handel mit den Aktien der arg von der Energiewende gebeutelten Versorger blieb nervös: Nach einem positiven Start rutschten die Papiere von Eon und RWE mit Abschlägen von 2 und 4 Prozent ans Dax-Ende.

ZALANDO UND WACKER NEUSON ENTTÄUSCHEN DEUTLICH

Derweil setzte sich die Serie negativer Überraschungen bei den Geschäftszahlen deutscher Unternehmen fort: Papiere von Wacker Neuson sackten nach einer Gewinnwarnung am Ende des Kleinwerte-Index SDax um mehr als 16 Prozent ab. Ein Händler sprach von einem schweren Schlag für den Baumaschinenhersteller.

Am MDax-Ende büßten die Aktien von Zalando rund 5 Prozent ein. Analysten zeigten sich negativ überrascht vom operativen Verlust bei dem Online-Händler. Zalando-Vorstand Rubin Ritter begründete das Minus unter anderem mit "gezielten Wachstumsinvestitionen".

PROSIEBENSAT.1 UND BILFINGER ÜBERZEUGEN DIE ANLEGER

Andere MDax-Unternehmen überraschten positiv: So erhöhte ProSiebenSat.1 die langfristigen Unternehmensziele. Das starke Wachstum im Digitalgeschäft stimmt den Medienkonzern nun zuversichtlicher für die kommenden Jahre. Für die Papiere ging es um rund 3 Prozent nach oben.

Der kriselnde Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger will mit einem harten Umbau das Ruder herumreißen. Künftig will sich der Konzern auf Industrie- und Immobiliendienstleistungen konzentrieren. Anleger honorierten auch dies, die Aktien steigen um rund 2 Prozent./la/das


Von Lutz Alexander, dpa-AFX

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