Für einen optimalen Ausdruck erlauben Sie bitte den Druck von Hintergrundfarben und -bildern

Aktien Frankfurt: Keine einheitliche Tendenz wegen steigender Unsicherheit

FRANKFURT (dpa-AFX) - Belastet von wieder zunehmender Unsicherheit haben die deutschen Aktienindizes am Donnerstag erneut keine einheitliche Richtung gefunden. Während der Dax am Nachmittag 0,08 Prozent tiefer stand bei 8.658,85 Punkten, rückte der MDax um 0,06 Prozent auf 15.011,43 Punkte vor. Der TecDax verlor 0,27 Prozent auf 1.074,95 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 fiel am Nachmittag um 0,13 Prozent leicht zurück.

Es gebe aktuell einige Unsicherheitsfaktoren und dafür halte sich der Markt doch noch erstaunlich gut, sagte ein Börsianer. Zum einen bleibt die Regierungsbildung in Deutschland trotz des klaren Wahlsiegs von Angela Merkel unklar. Immer öfter falle das Wort 'Minderheitsregierung', betonte ein Händler. Zudem verwies er auf die wieder wackelige politische Lage in Italien im Zusammenhang mit Silvio Berlusconi. Mit dem Haushaltskonflikt in den USA steht noch eine weitere Unbekannte in der Gleichung. Hinzu komme die schwache Vorgabe, sagte Marktanalyst Craig Erlam vom Broker Alpari in London. In New York legte der S&P-500-Index die längste Verlustserie seit Dezember hin, als die weltweit größte Volkswirtschaft fast über die Fiskalklippe gestolpert war. Neue Konjunkturdaten aus den USA haben den Markt am Donnerstag kaum bewegt.

DEUTSCHE BANK DAX-ENDE, TELEKOM SPITZE

Finanzwerte standen am Dax-Ende. Mit einem Kursabschlag von 1,22 Prozent knüpften Deutsche Bank an ihre Vortagesschwäche an. Auf einer Investorenveranstaltung hatte Co-Chef Anshu Jain die Anleger auf ein schwaches Quartalsergebnis vorbereitet. Hinzu kommt Börsianern zufolge das Thema Italien. Eine weitere Verschärfung könnte neue Turbulenzen bei italienischen Staatsanleihen auslösen. Das würde dann insbesondere die Banken belasten. Der Sektor ist der schwächste in Europa. Ihren positiven Trend setzen T-Aktien fort, die an der Indexspitze 2,03 Prozent gewannen. Bei 10,81 Euro erreichte die Telekom ein Hoch seit August 2011.

Adidas-Papiere büßten ihre anfänglichen Gewinne ein und verloren am Nachmittag 0,15 Prozent. Dabei scheint die Neuausrichtung der Problemtochter Reebok langsam Früchte zu tragen. 'Im zweiten Quartal sind zum ersten Mal seit langem der Umsatz und die Marge gestiegen', sagte Reebok-Chef Matt O'Toole dem 'Handelsblatt'. Händler werteten dies leicht positiv, bemängelten aber den mangelnden Neuigkeitswert. Neue Bewegung könnte die Zahlenvorlage von Nike bringen.

K+S verteuerten sich in der Dax-Spitzengruppe um 1,07 Prozent. In einem erbitterten Streit in der Kali-Branche hat Weißrussland die Untersuchungshaft gegen den Chef des russischen Bergbaukonzerns Uralkali in Hausarrest umgewandelt. Das bringt einem Händler zufolge wieder leichte Hoffnungen auf eine Wiederbelebung des russisch/weißrussischen Kali-Kartells und damit auf eine Stabilisierung der Düngemittelpreise.

TUI PROFITIEREN VON ZAHLEN VON TUI TRAVEL

Tui-Aktien profitierten im MDax mit plus 1,09 Prozent von positiv aufgenommenen Zahlen der Tochter Tui Travel . Ein starkes Sommergeschäft hatte Europas größtem Reiseveranstalter die Kassen gefüllt. Sondereffekte und Währungsschwankungen herausgerechnet werde der operative Gewinn im ablaufenden Geschäftsjahr bis Ende September voraussichtlich um mindestens elf Prozent zulegen. Tui-Travel-Chef Peter Long hatte zuvor eine Steigerung um mindestens ein Zehntel anvisiert.

Der Rüstungskonzern und Autozulieferer Rheinmetall will mit einem Einstieg ins Öl-Geschäft neue Kunden für seine Rüstungssparte in Afrika, dem Nahen Osten oder Südamerika finden. Der Konzern übernimmt dazu wesentliche Teile des Industriedienstleisters Ferrostaal, darunter vor allem die Sparte Öl & Gas. Die Aktie gab 0,72 Prozent ab.

Bei den Nebenwerten sprangen Aktien der chinesischen Grohe-Tochter JouYou um 1,88 Prozent nach oben. Der Badarmaturen-Hersteller Grohe wird vom japanischen Lixil-Konzern gemeinsam mit der Development Bank of Japan übernommen./fat/edh


Von Frederik Altmann, dpa-AFX

Das könnte Sie auch interessieren


Kurs zu EURO STOXX 50 Index

  • 3.155,81 Pkt.
  • +0,52%
17.04.2014, 17:50, außerbörslich

Zugehörige Derivate auf EURO STOXX 50 (71.811)

Derivate-Wissen

Sie glauben, der Kurs des "EURO STOXX 50" steigt?

Mit Bonus-Zertifikaten können Sie an steigenden Index-Kursen teilhaben.

Erfahren Sie mehr zu Bonus-Zertifikaten