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Aktien Frankfurt: Sorge um Griechenland-Pleite und Spaniens Wahlen schwächen Dax

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax ist am Dienstag nach einem turbulenten Handelsauftakt in der Verlustzone verharrt. Am Nachmittag büßte der deutsche Leitindex 0,87 Prozent auf 11 712,48 Punkte ein. Am Morgen noch war er in kürzester Zeit um insgesamt etwas mehr als 200 Punkte nach oben und unten gesprungen. Auf der einen Seite hatte der wieder deutlich schwächelnde Euro Auftrieb gegeben. Auf der anderen Seite hatten Sorgen um Griechenland sowie der Erfolg der Linken bei den spanischen Regionalwahlen für Nervosität und schlechte Stimmung gesorgt.

Der Euro, der Anfang der vergangenen Woche noch bei 1,14 US-Dollar gehandelt wurde, fiel weiter und pendelte um die Marke von 1,09 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0926 (Montag: 1,0978) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9153 (0,9109) Euro. Ein schwacher Euro stützt exportorientierte Unternehmen und deren Aktien, da die Produkte für Käufer außerhalb der Eurozone günstiger werden.

Der MDax der mittelgroßen Konzerne fiel zuletzt um 0,19 Prozent auf 20 875,78 Punkte und der TecDax der Technologiewerte sank um 0,23 Prozent auf 1727,25 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 lag mit 0,10 Prozent im Minus.

EURO IN DER ZANGE

"Der Euro wird gleich von zwei Seiten in die Zange genommen", sagte Händler Andreas Lipkow von Kliegel & Hafner. Auf der einen drücke die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihren vorgezogenen Anleihekäufen und auf der anderen komme "Druck aus der europolitischen Ecke". Vor allem die Sorgen über eine Griechenland-Pleite seien "weiterhin omnipräsent" und die Zeit werde immer knapper.

Bei den spanischen Regional- und Kommunalwahlen bescherte zudem die Linkspartei Podemos ("Wir können") der Regierungspartei Partido Popular eine herbe Niederlage. Die neue Partei Podemos ist aus der Protestbewegung Indignados ("Die Empörten") hervorgegangen und lehnt - wie die griechische Partei Syriza - Reform- und Sparmaßnahmen weitgehend ab.

Bereits am Freitag war der Euro auf Talfahrt gegangen, nachdem US-Notenbankchefin Janet Yellen sagte, dass ein erster Zinsschritt in diesem Jahr "wohl angemessen" sei. Umso wichtiger sind laut Analyst Dirk Gojny von der National-Bank nun neue US-Konjunkturdaten. "Sollten sie weiterhin signalisieren, dass der US-Aufschwung alles in allem intakt ist, dürfte die erste Leitzinserhöhung im laufenden Jahr erfolgen", sagte er. Die ersten Daten - ein wie erwartet ausgefallener Rückgang bei den Auftragseingängen für langlebige Wirtschaftsgüter im April - zeigen laut der Helaba, dass es ohne den Transportsektor zu einem Orderplus gekommen ist. Zu Beginn des zweiten Quartals scheine es eine Erholung der Investitionstätigkeit zu geben, urteilten die Experten.

HENKEL WEGEN SPEKULATIONEN ÜBER WELLA IM FOKUS

Unternehmensseitig rückten die Papiere von Henkel in den Blick. Sie waren mit plus 2,23 Prozent mit großem Abstand Favorit unter den 30 Dax-Werten. Der Konsumgüterhersteller könnte einem Medienbericht zufolge das Rennen um den Haarpflegespezialisten Wella für sich entscheiden. Die Sparte des US-Branchenkollegen Procter & Gamble werde mit 5,5 bis 7,0 Milliarden Dollar bewertet, hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitag unter Berufung auf mit dem Verkaufsprozess vertraute Personen berichtet.

Linde profitierten mit plus 0,14 Prozent von einer positiven Studie der DZ Bank. Analyst Peter Spengler empfiehlt nach den jüngsten Kursverlusten nun den Kauf der Aktie. Der Industriegasekonzern profitiere aktuell von positiven Währungseffekten, was besonders für medizinische Gase in den USA gelte.

Zu den schwächsten Aktien dagegen zählten im Dax die der Banken. So büßten die Papiere der Commerzbank 1,84 Prozent ein und die der Deutschen Bank verloren 1,74 Prozent. Händler verwiesen auf eine deutlich erhöhte Unsicherheit wegen der Griechenland-Krise und der Spanien-Wahlen./ck/men


Von Claudia Müller, dpa-AFX --

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30.07.2015, 23:14, Deutsche Bank Indikation

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