Nach anfänglich starken Gewinnen, mit denen der DAX den schwachen Vorgaben aus Übersee trotzen und vorübergehend auf 6.832 Punkte zulegen konnte, war dem deutschen Leitindex gestern Nachmittag die Luft ausgegangen. Er beendete den Handel mit einem minimalen Minus von 0,03 Prozent bei 6.772 Zählern.
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Damit hat sich die Widerstandszone um 6.800 erneut als eine harte Nuss erwiesen, für deren Überwindung der DAX wohl einen neuen Impuls brauchen wird. Ein solcher könnte von den Zentralbanken kommen, die diese Woche über ihr weiteres geldpolitisches Vorgehen befinden. Die EZB könnte morgen konkretisieren, welche Maßnahmen ihr Präsident letzte Woche gemeint hatte, als er ankündigte, alles Notwendige zur Rettung des Euro zu unternehmen. Auch die Bank of England dürfte ihren expansiven Kurs bestätigen. Vor allem aber richtet sich das Interesse der Märkte auf die FED, deren Offenmarktausschuss heute ihre zweitägige Sitzung beenden und die Ergebnisse verkünden wird. Und hier steckt auch das größte Überraschungspotenzial.
Denn inzwischen hat sich im Markt die Ansicht durchgesetzt, dass die FED diesmal noch abwarten und auf eine Ankündigung der dritten Runde des Quantitative Easing verzichten wird. Dies ergab zumindest eine Umfrage unter Ökonomen, von denen 88 Prozent diese Meinung vertreten. Fast 50 Prozent gehen davon aus, dass dieser Schritt im September nachgeholt wird.
Ob die Volkswirte hier nicht wieder irren? Schließlich hatte die FED schon beim letzten Mal klar angekündigt, bei weiter schwächelnden Wachstum aktiv werden zu wollen. Und die Wirtschaftsdaten sind seit dem allenfalls durchwachsen geblieben. Sollte die FED deswegen schon heute aktiv werden, würde das durchaus ihrer Linie entsprechen.
Heute Abend wissen wir mehr.
Autor: Dr. Adam Jakubowski
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