Die offiziellen Statements und durchsickernden Gerüchte in den letzten Tagen lassen eigentlich nur einen Schluss zu: Die EZB plant den Großeinsatz, um den Euro endlich aus dem Krisenmodus zu bomben. Hintergrund sind vermutlich die Indizien für eine Zuspitzung der Krise in Spanien.
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In den letzten Wochen haben die Renditen von Staatsanleihen der Iberer zeitweise die viel beachtete Marke von 7 Prozent überschritten und damit ein Alarmsignal gesendet. Wegen der Nachwehen des geplatzten Immobilienbooms droht den Staatsfinanzen der Kollaps, und die Anleger reagieren darauf, indem sie Kapital im großen Maßstab abziehen. Derweil bestrafen sie Italien gleich mit, das sich ebenfalls in einer tiefen Rezession befindet und auch am Rande des Absturzes wandelt.
Der EZB ist aber sonnenklar, dass unmöglich beide Länder mit den bestehenden Rettungsmechanismen stabilisiert werden können. Deswegen sieht Chef Draghi wohl nur noch eine Option: Den Ankauf von Staatsanleihen im großen Stil - direkt oder indirekt finanziert durch die Notenbank.
Noch sträuben sich die Deutschen gegen diesen Plan, die eine Staatsfinanzierung mit der Notenpresse beklagen. Aber es ist nur eine Frage der weiteren Zuspitzung der Krise, bis Merkel einknickt, denn ein Plan B für eine gleichzeitige existenzielle Krise von Spanien und Italien ist nicht erkennbar.
Die Anleger sollten sich daher darauf einstellen, dass der große Anleihenkauf früher oder später kommt. Ob dies wirklich mittelfristig zu einer Explosion der Inflation führen wird, wie einige befürchten, muss sich erst noch zeigen. In jedem Fall dürften Aktien zunächst einmal zu den Gewinnern der Strategie zählen.
Autor: Holger Steffen
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