Nachdem die FED gestern den Erwartungen weitgehend entsprochen und keine neuen Maßnahmen ergriffen hat, richten sich die Hoffnungen der Börsianer heute verstärkt nach Frankfurt, wo das Direktorium der EZB tagt. Nach den offensiven Ankündigungen der letzten Wochen, die Krise mit allen Mitteln zu bekämpfen, hoffen die Märkte auf mehr konkrete Hinweise, welche Maßnahmen ergriffen werden sollen.
| Für boerse-realtime Express, den kostenlosen Newsletter von AKTIEN-GLOBAL.DE zu Aktien und Rohstoffen, können Sie sich hier anmelden. |
Insofern ist davon auszugehen, dass der DAX heute den Tag weiter nervös und wahrscheinlich weitgehend richtungslos beginnt. Die FED-Entscheidung, vorerst nichts Weiteres zu unternehmen und sich auf die nächste Sitzung Mitte September zu vertagen, dürfte die Märkte kaum bewegen. Die Wallstreet war danach zwar geringfügig ins Minus gerutscht, auch die asiatischen Märkte tendieren heute uneinheitlich. Doch insgesamt war die Reaktion sehr verhalten. Verständlich, denn das Überraschungspotenzial der FED-Entscheidung bestand eher nach oben und die Überraschung blieb aus.
Anders ist die Lage bei der EZB gelagert. Hier wurden durch die Aussagen letzte Woche, als ein Mitglied des Direktoriums eine Banklizenz für den europäischen Rettungsfonds ESM ins Spiel brachte und als der EZB-Präsident Mario Draghi erklärte, dass die europäische Zentralbank alles notwendige tun würde, um den Euro zu erhalten, massiv Erwartungen aufgebaut, die maßgeblich für die rasante Rally der Märkte seit dem letzten Donnerstag verantwortlich waren.
Sollte die EZB deswegen heute nicht konkreter werden, besteht ein deutliches Enttäuschungspotenzial. Dann könnte die Reaktion der Börsen wesentlich klarer ausfallen. Der DAX wäre damit an der Widerstandszone von 6.800 Punkten, an der seit Montag festzukleben scheint, vorerst abgeprallt
Autor: Dr. Adam Jakubowski
Dies ist ein Service von www.aktien-global.de
powered by plista