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DAX: Präsentation der Bazooka reicht nicht

Wenn die EZB mit ihrem Verhalten zeigen wollte, wie leicht man die Volatilität an den Märkten in die Höhe treiben kann, so ist es ihr in der letzten Woche sehr gut gelungen. Zuerst wurden in Interviews hohe Erwartungen geschürt, die an den Märkten für kräftige Kursgewinne sorgten, anschließend sorgte die gestrige EZB-Pressekonferenz nach dem Zinsentscheid für eine kalte Dusche und für wieder kräftig fallende Aktienkurse.

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Der DAX verlor bis zum Handelsschluss 2,2 Prozent und damit die Hälfte der Gewinne der letzten Woche, für den Dow Jones ging es um 0,7 Prozent nach unten und auch in Asien dominieren heute negative Vorzeichen. Dabei war das, was die EZB anzukündigen hatte, gar nicht so schlecht. Die EZB ist bereit, an den Anleihen der europäischen Krisenstaaten am Markt aufzukaufen und damit deren Zinslast zu drücken. Nur will sie dies nur im Zusammenspiel mit dem europäischen Rettungsfonds ESM tun, der gleichzeitig die Anleihen direkt von den Krisenstaaten übernehmen soll. Die Überlegung dahinter ist, dass das Eingreifen des ESM leichter mit weiterem Reform- und Spardruck verbunden werden kann, um nicht nur die Symptome, die akuten Finanzierungsprobleme, sondern auch die tieferliegenden Ursachen der Krise, nämlich die fehlende Wettbewerbsfähigkeit und die nicht nachhaltigen Staatshaushalte, zu bekämpfen. Damit dürfte auch die Zustimmung der Skeptiker leichter zu gewinnen sein, wäre doch ein separates Eingreifen der EZB mit einem Freifahrtschein für ein Weiter so in Südeuropa verbunden.

Um in der martialischen Sprache der Krise zu bleiben, hat die EZB gestern ihre große Bazooka endlich präsentiert, aber noch auf die Ankündigung eines unmittelbar bevorstehenden Einsatzes verzichtet. Hätten die Aussagen von letzter Woche nicht die Erwartungen derart in die Höhe gejagt, hätten die Märkte den gestrigen Tag wohl mit Kursaufschlägen beendet. Sobald die erste Enttäuschung verarbeitet ist, dürfte sich diese Erkenntnis an der Börse durchsetzen.

 

Autor: Dr. Adam Jakubowski

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