Es ist noch ein Jahr bis zur Bundestagswahl und auch die Linke bringt sich langsam in Stellung. Die neuen Parteichefs Katja Kipping und Bernd Riexinger haben in der vergangenen Woche ein Strategiepapier vorgelegt, in dem sie der SPD Avancen machen. Am Dienstag kam die Fraktion zu einer zweitägigen Klausur in Berlin zusammen und am Wochenende folgt ein Treffen des Parteivorstands. Dabei wird es um die Euro-Krise, Ost-Renten oder Mindestlohn gehen. Ein Themenkomplex soll aber außen vor bleiben: Personalfragen.
Während sich bei der SPD Frank-Walter Steinmeier, Peer Steinbrück und Sigmar Gabriel schon seit Monaten für die Spitzenkandidatur warmlaufen und die Grünen-Basis bis November in einer Urwahl über ihre Frontleute entscheidet, hält die sonst so streitlustige Linke in dieser Frage still. Der Parteivorstand will darüber erst im kommenden Frühjahr entscheiden. Selbst die Frage, ob es nur einen Kandidaten oder ein Spitzenduo geben wird, soll dann erst geklärt werden.
Der Grund für das Zögern liegt auf der Hand: Die Linke ist noch traumatisiert vom monatelang mit harten Bandagen geführten Machtkampf um den Parteivorsitz, der sie an den Rand der Spaltung brachte. Die neuen Parteivorsitzenden Kipping und Riexinger haben es in den ersten drei Monaten ihrer Amtszeit geschafft, für Ruhe zu sorgen und den einen oder anderen inhaltlichen Akzent zu setzen. In den Umfragen ist zum ersten Mal seit langem wieder ein ganz leichter Aufwärtstrend zu erkennen. Jetzt schon die Spitzenkandidatenfrage anzugehen, so das Kalkül, kann nur wieder nach hin
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