Erfolgreiche Menschen spielen Golf. Wer es beruflich zu etwas bringen will, sollte also auch an seinem Handicap arbeiten. Schließlich werden auf dem Golfplatz die großen Deals abgeschlossen. Klischees wie diese gibt es viele. Aufstrebende Jung-Manager investieren Tausende in ihre Golfkarriere, nur um beruflich voranzukommen. Doch was ist dran am Karrierefaktor Golf?
Martin Kohlhausen findet deutliche Worte: "Wer in den Golfclub eintritt, um seine Karriere voranzutreiben, der wird auf dem Platz nicht viel Freude haben", sagt der ehemalige Vorstands- und Aufsichtsratsvorsitzende der Commerzbank. "Golf ist für mich eine wundervolle Freizeitbeschäftigung, bei der man viele interessante Leute trifft, mehr aber auch nicht."
Das zerschmettert die Überzeugung, dieses Hobby gehöre in einen guten Lebenslauf. Langjährige Golfer rücken das Klischee zurecht. Thomas Lange, Vorstandsvorsitzender der National-Bank Essen, stellt klar: "Den Karrierefaktor Golf gibt es nicht, allerdings gewinnt Golf zunehmend gesellschaftliche Bedeutung."
Eine Investition in diese Sportart, ausschließlich um im Job vorwärts zu kommen, lohnt sich also offenbar nicht. Doch auch wenn die Beförderung nicht programmiert ist, bietet Golf immerhin eine ideale Gelegenheit, um Kontakte zu knüpfen. Denn auf dem Golfplatz lernt man unweigerlich neue Menschen kennen.
Golf ist zwar längst nicht mehr so elitär und teuer wie noch vor einigen Jahren. Was den Sport mit Blick auf die Karriere aber interessant macht, ist wohl das Klientel, das sich auf den Rasen der Republik tummelt.
"Natürlich begegnen mir auf dem Golfplatz tendenziell besser verdienende Menschen in guten Positionen", sagt ein Investmentbanker....
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