Der Kursaufschwung der letzten Wochen dürfte die meisten Anleger auf dem falschen Fuß erwischt haben. Angesichts schwacher Fundamentaldaten hatten die Wenigsten eine kräftige Sommerrally auf der Rechnung. Dies belegt beispielsweise die Sentimenterfassung der American Association of Individual Investors, die seit Mitte April fast ununterbrochen einen Überhang der Börsenpessimisten konstatiert. Auch Cognitrend misst für den DAX derzeit immer noch eine bearishe Stimmung.
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Daher wird der Kursaufschwung auch überwiegend als liquiditätsgetriebene Rally abgetan, die durch Fundamentaldaten nicht unterstützt wird und deswegen bald ausläuft. Dies sollte einen aber hellhörig machen, denn gerade solche Konstellationen erweisen sich als hartnäckig.
Natürlich ist das Gefahrenpotenzial unverändert hoch, Spanien und Italien kämpfen gegen langfristig untragbar hohe Zinsen und die Konjunktur schwächelt vielerorts. Doch angesichts einer niedrigen Aktienbewertung reicht es im Moment schon aus, wenn die Wirtschaftsdaten nicht ganz so schlecht ausfallen, wie zuvor vermutet, um den Börsen einen Schub zu geben.
Auch, wenn es immer mal wieder kleine Konsolidierungen gibt - eine solche könnte beim DAX heute oder in den nächsten Tagen anstehen und den Index bis auf die Unterstützung bei 6.800 Punkten zurückführen - hat der deutsche Leitindex zumindest noch Potenzial bis zum März-Hoch bei 7.200 Punkten.
Autor: Dr. Adam Jakubowski
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