Das hatte sich das Management von Klöckner & Co. so schön ausgemalt. In einem intakten konjunkturellen Aufwärtstrend sollten Marktanteil und internationale Positionierung über Zukäufe verbessert werden, die damit verbundenen Skalenerträge hätten gleichzeitig das Ergebnis gehebelt.
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Nun geht der Schuss kräftig nach hinten los. Der Stahlmarkt ist wegen der Konjunkturabschwächung in China und anderen Emerging Markets sowie der Krise in Europa eingebrochen, und Klöckner steht nun vor den Trümmern der Expansionsstrategie. Im ersten Halbjahr hat der Umsatz zwar um 12,6 Prozent auf 3,9 Mrd. Euro zugenommen, ohne Akquisitionen läge er allerdings um 2,7 Prozent unter dem Vorjahr. Noch deutlicher wird der Abschwung jedoch in der Ergebnisentwicklung. Das EBIT drehte - auch bedingt durch Impairment-Abschreibungen auf einen Neuerwerb in Brasilien - von 122 auf -5 Mio. Euro, der Nettoüberschuss liegt nun bei -48 Mio. Euro (Vorjahr +50 Mio. Euro), alles noch ohne Berücksichtigung der Restrukturierungsaufwendungen.
Der Umbau ist derweil in vollem Gange und hat allein im zweiten Quartal auf EBITDA-Ebene zu einer Belastung von 17 Mio. Euro geführt. Es erweckt ein bisschen den Eindruck, dass Klöckner & Co. nun der Marktentwicklung hinterherrennt, nachdem zunächst zu forsch akquiriert wurde. Alles in allem ist das Unternehmen aber, gemessen an der Umsatzbewertung, mit einem KUV von etwa 0,1 mittlerweile spottbillig. Eine Investition kommt trotzdem nur für diejenigen in Frage, die an eine rasante konjunkturelle Trendwende glauben, die dann auch Klöckner & Co. mitreißen würde.
Autor: Holger Steffen
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