New York (www.aktiencheck.de) - Nachdem die US-Leitbörsen gestern angesichts weiterer Unsicherheiten in Zusammenhang mit der Schuldenkrise in der Euro-Zone uneinheitlich geschlossen hatten, gingen die US-Leitindizes nach ruhigem Handel auch am Donnerstag kaum verändert in den Feierabend. Gut ausgefallene Konjunkturdaten konnten die Kurse nicht entscheidend beflügeln. Der Dow Jones (ISIN US2605661048/ WKN 969420) verlor 0,08 Prozent auf 13.165,19 Punkte. Der NASDAQ Composite (ISIN XC0009694271/ WKN 969427) verbesserte sich dagegen um 0,25 Prozent auf 3.018,64 Zähler, während der S&P 500 (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0) ein marginales Plus von 0,04 Prozent auf 1.402,80 Punkte aufwies.
Das US-Handelsbilanzdefizit hat sich im Juni nach Angaben des Handelsministeriums verkleinert. So hat sich das Handelsbilanzdefizit um 10,7 Prozent auf 42,9 Mrd. US-Dollar verringert, während Volkswirte 47,5 Mrd. US-Dollar prognostiziert hatten. Im April wurde ein Passivsaldo von revidiert 48,0 (vorläufig: 48,7) Mrd. US-Dollar verbucht. Hierbei stiegen die Exporte um 0,9 Prozent auf 185,0 Mrd. US-Dollar. Die Importe sanken um 1,5 Prozent auf 227,9 Mrd. US-Dollar.
Die Arbeitsmarktsituation in den USA hat sich derweil in der Woche zum 04. August 2012 nach Angaben des Arbeitsministeriums verbessert. So verringerte sich die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gegenüber der Vorwoche um 6.000 auf 361.000, während Volkswirte im Vorfeld eine Zahl von 375.000 prognostiziert hatten. Für die Vorwoche wurde der zunächst ermittelte Wert von 365.000 auf 367.000 nach oben korrigiert. Der gleitende Vier-Wochen-Durchschnitt kletterte um 2.250 auf 368.250 Erstanträge für Leistungen im Rahmen der US-Arbeitslosenversicherung.
Daneben sind die Lagerbestände im Großhandel im Juni 2012 geschrumpft. Wie das Commerce Department am Donnerstag in Washington bekanntgab, wurde ein saisonbereinigter Rückgang der US-Lagerbestände im Großhandel um 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat ausgewiesen, nach einem unveränderten Niveau im Mai. Marktbeobachter hatten zuvor mit einer Zunahme um 0,3 Prozent gerechnet. Die Umsatzerlöse des US-Großhandels gingen gegenüber dem Vormonat um 1,4 Prozent zurück, gegenüber einer Abnahme um 1,1 Prozent im Mai.
Am Vorabend nach Börsenschluss hatte unter anderem der Medienkonzern News Corp. (ISIN US65248E1047/ WKN A0DLJU) die Geschäftszahlen für das vierte Quartal vorgelegt. Dabei gingen Umsatz und Ergebnis zurück. Aufgrund des geplanten Spin-offs der Publishing-Sparte wurde sogar ein Verlust ausgewiesen. Dabei konnte der Konzern die Erwartungen beim Umsatz nicht ganz erfüllen, was im nachbörslichen Handel bereits für Abschläge gesorgt hatte. Am Donnerstag schloss der Wert mit einem Minus von 0,2 Prozent.
Die Aktie von Monster Beverage (ISIN US6117401017/ WKN A1JSKK) rutschte um 9,7 Prozent ab und war damit der größte Verlierer im Nasdaq 100. Der amerikanische Energy-Drink-Anbieter hat im zweiten Quartal dank gestiegener Umsätze einen kräftigen Gewinnsprung verbucht, die Erwartungen der Analysten jedoch verfehlt. Der Nettogewinn verbesserte sich um 30 Prozent auf 109,8 Mio. US-Dollar bzw. 59 Cents je Aktie und verfehlte die Schätzungen der Analysten damit um zwei Cents.
Heute ging der Zahlenreigen dann bereits vor Handelsstart weiter. Für eine Enttäuschung sorgte dabei der Einzelhändler Kohl´s (ISIN US5002551043/ WKN 884195). Er musste im zweiten Quartal einen Gewinnrückgang ausweisen. Der Umsatz sank ebenfalls. Die Gewinnerwartungen der Analysten wurden aber geschlagen. Der Einzelhandelskonzern zeigte sich vor allem über die Umsatzentwicklung im zweiten Quartal enttäuscht. Dabei verzeichnete man bei den vergleichbaren Filialumsätzen bei Niederlassungen, die länger als ein Jahr geöffnet waren, ein Minus von 2,7 Prozent. Die Gewinnprognose für das Gesamtjahr wurde aber gesenkt. Der Titel verlor 1,3 Prozent.
Elizabeth Arden (ISIN US28660G1067/ WKN 858320) legen um 13,0 Prozent zu. In der Spitze war der Kurs sogar um rund 22 Prozent nach oben gesprungen. Der Kosmetikkonzern verbesserte im vierten Quartal seinen Umsatz, musste jedoch einen Gewinnrückgang ausweisen. Auf bereinigter Basis wurden die Schätzungen der Analysten übertroffen. Wendy`s (ISIN US95058W1009/ WKN A1JB8H) konnten um 0,9 Prozent zulegen. Der Fast-Food-Konzern hat das zweite Quartal mit einem Verlust abgeschlossen. Hintergrund sind Aufwendungen in Zusammenhang mit der Schuldenrefinanzierung. Auf bereinigter Basis wurden jedoch die Analystenschätzungen erreicht.
Cooper Tire & Rubber (ISIN US2168311072/ WKN 850189) verteuerten sich um 5,7 Prozent. Der Reifenhersteller hat im abgelaufenen Quartal ein höheres Ergebnis ausgewiesen, was auf gesunkene Materialkosten zurückzuführen war. Auch der Umsatz legte zu. Die Erwartungen der Analysten wurden deutlich geschlagen.
Im Aufwind war die Aktie E*Trade Financial Corp. (ISIN US2692461047/ WKN 902447) mit einem Aufschlag von 6,9 Prozent. Der US-Broker hat einen Wechsel an der Firmenspitze angekündigt. Steven J. Freiberg, der seit April 2010 an der Firmenspitze stand, ist ab sofort nicht mehr Chief Executive Officer (CEO) des Konzerns. Der 61-jährige Chairman Frank Petrilli übernimmt zunächst das Amt als Interims-CEO. Der Aufsichtsrat hat eine Kommission gebildet, die einen geeigneten Nachfolger für Freiberg finden soll. Der amerikanische Online-Broker befindet sich derzeit in einer Umstrukturierung.
Neuigkeiten gab es auch von der Akquisitionsfront. National Oilwell Varco (ISIN US6370711011/ WKN 903541) hat einen milliardenschweren Zukauf angekündigt. So wurde eine Vereinbarung zur Übernahme des US-Konzerns Robbins & Myers (ISIN US7701961036/ WKN 862548) geschlossen. Dabei sollen die Aktionäre jeweils 60,00 US-Dollar je Aktie in bar erhalten. Dabei wird Robbins & Myers mit rund 2,5 Mrd.US-Dollar bewertet. Die Transaktion, der das Board of Directors bereits zugestimmt hat, soll im vierten Quartal abgeschlossen werden. Die Transaktion steht unter anderem noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die zuständigen Wettbewerbsbehörden. Während Robbins & Myers um 27,4 Prozent nach oben schossen, verbesserten sich National Oilwell Varco um 0,8 Prozent. (09.08.2012/ac/n/m)
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