MONTE CARLO (dpa-AFX) - Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re hat die Hoffnung auf höhere Preise im Schaden- und Unfallgeschäft wegen des starken Wettbewerbs vorerst aufgegeben. Für die anstehende Vertragserneuerung in der Schaden- und Unfall-Rückversicherung gebe es noch so viel Kapazität auf dem Markt, dass die Preise und Bedingungen zum 1. Januar 2013 voraussichtlich stabil blieben, teilte der Dax -Konzern beim Branchentreffen 'Rendez-Vous de Septembre' am Sonntag in Monte Carlo mit. Selbst Versicherungen gegen Naturkatastrophen dürften kaum teurer werden, schätzen die Münchner - es sei denn, dass vor Ende 2012 ein Erdbeben, Sturm oder Hochwasser noch für große Schäden sorgt.
Dabei sieht Vorstandsmitglied Torsten Jeworrek die Gewinne der Branche vor allem wegen der niedrigen Zinsen an den Finanzmärkten zunehmend in Gefahr. 'Die entscheidende Frage wird sein, wie schnell und in welchem Ausmaß es den Erst- und Rückversicherern gelingen wird, das niedrige Zinsniveau in ihre Preisberechnungen einzubeziehen.' Die Niedrigzinsen treffen neben der Altersvorsorge vor allem die Gewinne in langlaufenden Haftpflicht-Verträgen. Denn wenn die Inflation höher ist als der Zins, kann der Versicherer die mit der Inflation steigenden Schadenzahlungen nicht mehr durch Kapitalerträge auffangen. Daher müssten die Prämien steigen, argumentiert die Munich Re.
Beim jährlichen Treffen in Monte Carlo verhandeln die Rückversicherer mit Erstversicherern, anderen Großkunden und Maklern über die Konditionen für das kommende Jahr. Zum 1. Januar steht jeweils der Großteil der Verträge in der Schaden- und Unfall-Rückversicherung zur Erneuerung an. Während das Katastrophenjahr 2011 mit dem Japan-Tsunami und den Erdbeben in Neuseeland kräftige Preiserhöhungen nach sich gezogen hatte, kamen die Rückversicherer im laufenden Jahr bisher glimpflich davon./stw/jha/
powered by plista