ESSEN (dpa-AFX) - Ein Zusatzbonus bringt den Erzeugern von grünem Strom hunderte Millionen Euro extra in die Kassen. Zahlen müsse die Zeche die Verbraucher, sagte am Dienstag Fritz Vahrenholt, Vorstandschef von RWE RWE Innogy in Essen. Alle Ökostrom-Anbieter können entscheiden, ob sie ihren Strom wie bisher zu festen EEG-Konditionen einspeisen - oder das Prämienmodell wählen, bei dem mehr Rendite lockt.
Bislang haben Erzeuger ihren grünen Strom meist zu festen Konditionen nach dem Gesetz für Erneuerbare Energien (EEG) an die Netzgesellschaften abgegeben, die ihn - gesetzlich verpflichtet - über die Strombörse vermarkten. Die Einnahmen kommen auf ein gemeinsames EEG-Konto aller Netzbetreiber. Die Netzbetreiber bekommen nur ihren Aufwand für die Vermarktung erstattet. Die Erzeuger bekommen im Fall von landgebundenen Windkraftanlagen nach dem EEG ca. 9 Cent pro Kilowattstunde. Strom aus Photovoltaik vom Hausdach wird mit rund 28 Cent vergütet. Für Wind aus Anlagen im Meer gibt es rund 15 Cent, für Freianlagen mit Photovoltaik ca. 9,5 bis 14 Cent.
Nach dem neuen Marktmodell kann der Erzeuger seinen grünben Strom an der Börsen direkt vermarkten, ohne die Netzgesellschaft einzuschalten. Wenn der Börsenpreis unter der Vergütung aus dem EEG liegt, und das ist fast immer so, bekommt er die Differenz aus dem EEG-Topf erstattet. Dazu erhält er zum Beispiel für die Selbstvermarktung über die Börse einen Sonderbonus. Für Windenergie beispielsweise 1,2 Cent je Kilowattstunde.
Der Erzeuger könne nach diesem Modell finanziell nicht verlieren, so RWE. Allein beim Windstrom schätzt RWE die Mehreinnahmen für die Erzeuger auf 500 Millionen Euro in diesem Jahr, die über den Bonus zusammenkommen. Bezahlen müsse das der Verbraucher.
'Wir nehmen die Prämie natürlich gerne mit', sagte am Dienstag Fritz Vahrenholt, Chef von RWE Innogy (Essen), kritisierte das Modell aber. Volkswirtschaftlich sei das Modell aber bedenklich./DP/fn