Der Modulproduzent Solarworld wollte im Gesamtjahr 2012 eigentlich wieder ein positives EBIT erzielen. Nach einem desaströsen zweiten Quartal mit hohen Abschreibungen auf das Vorratsvermögen und auf Anzahlungen für bestelltes Silizium, die zu einem operativen Verlust von 170 Mio. Euro führten, wurde dieses Ziel gestern kassiert. Der Branchenpionier wird in dieser Finanzperiode wohl erneut hohe Verluste schreiben, trotzdem versuchte Chef Asbeck, Hoffnung auf Besserung zu verbreiten.
| Für boerse-realtime Express, den kostenlosen Newsletter von AKTIEN-GLOBAL.DE zu Aktien und Rohstoffen, können Sie sich hier anmelden. |
Die unfaire Konkurrenz durch die chinesischen Anbieter, die mit staatlichen Krediten gepäppelt werden, soll letztlich durch EU-Zölle beendet werden, auch wenn die Umsetzung vermutlich noch rund neun Monate dauern kann. Zusammen mit umfangreichen Kostensenkungen will Asbeck so wieder wettbewerbsfähig werden. Und eine Weiterentwicklung des Geschäftsmodells von der Modulproduktion hin zur schlüsselfertigen Lieferung und Installation von Solarsystemen soll dabei die Margen verbessern.
Hört sich erst mal ganz schlüssig an, das Problem ist nur, dass dies derzeit viele in der Branche probieren. Branchenweite Effizienzsteigerungen in der Produktion könnten so für weiteren Preisdruck sorgen und die Renditen im Installationsgeschäft dürften wegen dem Andrang auch sinken.
Entsprechend hart fiel auch das Markturteil aus, die Aktie von Solarworld musste bis zum Tagesende 12,2 Prozent abgeben und steht heute erneut im Minus. Die Hoffnung auf eine Trendwende hat damit in jedem Fall wenig Nahrung erhalten.
Autor: Holger Steffen
Dies ist ein Service von www.aktien-global.de
powered by plista