Die eigenen Aktien fallen zu sehen, ist für Anleger immer schmerzhaft. Doch besonders bitter ist es, wenn die Aktien, die man im Depot hält, gegen einen freundlichen Markt fallen. Dieses Gefühl, einer Party nur von Außen beizuwohnen, dürften heute wieder die Aktionäre von Praktiker haben. Während der DAX in Erwartung weiterer Stützungsmaßnahmen durch die Notenbanken bis Mittag um fast ein Prozent zulegen kann, setzt die Praktiker-Aktie ihren Niedergang fort und verliert 1,4 Prozent auf 1,08 Euro.
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Damit verharrt die Aktie auf dem Allzeittief, das schon mal im Dezember 2011 markiert und nach einer zwischenzeitlichen Erholung nun wieder erreicht wurde. Sollte jetzt eine Wende gelingen, bestünde die Chance auf die Herausbildung einer unteren Umkehrformation in Form eines Doppeltiefs. Doch wenn die Aktie selbst an einem freundlichen Börsentag wie heute dazu offensichtlich keine Kraft hat, ist dieses Szenario nicht gerade wahrscheinlich. Vielmehr sprechen sowohl der Trend als auch die Geschäftslage für weiter fallende Kurse.
Die Baumarktkette hatte im letzten Jahr bei einem um fast 8 Prozent rückläufigen Umsatz von 3,2 Mrd. Euro einen Rekordverlust von 0,5 Mrd. Euro eingefahren und kämpft seitdem ums Überleben. Etwas Aufschluss über den Fortgang der Sanierungsbemühungen sowie über etwaige weitere Maßnahmen dürfte erst die Hauptversammlung am 4. Juli geben, bis dahin sind kaum positive Impulse für die Aktie absehbar.
Wie hoch die Anleger die Überlebenschancen des Unternehmens einschätzen, zeigt am deutlichsten wohl die Bewertung, die sie der Baumarktkette noch zubilligen - 63 Mio. Euro. Sollte die Sanierung gelingen, sind von diesem Niveau aus sicherlich hohe Zuwächse denkbar, doch die Wahrscheinlichkeit dafür wird mit jedem Tag geringer.
Autor: Dr. Adam Jakubowski
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