Für die meisten amerikanischen Beobachter ist das Treffen der G 20 in Mexiko eine Neuauflage der G 8 vor wenigen Wochen in Camp David: Eine politisch zunehmend isolierte Angela Merkel stemmt sich gegen den Rest der Welt. Allerdings: Mit der Zuspitzung der Lage in Spanien und vor dem Hintergrund der Wahlen in Griechenland findet das Treffen in Mexiko inzwischen unter noch dramatischeren Vorzeichen statt.
Experten wie Morris Goldstein vom Washingtoner Peterson Institut glauben daher, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis die Deutschen in den entscheidenden Fragen nachgeben. „Noch zögern die Deutschen, etwa die Schulden zu vergemeinschaften“, sagte Goldstein am Wochenende. „Aber jeder weiß: Einmal muss das passieren“.
Was der langjährige IWF-Mitarbeiter sagt, drückt die grundsätzliche Erwartung in der US-Hauptstadt aus. Dass die Deutschen, die vor einem Kurswechsel eine klare Festlegung auf Bedingungen fordern, damit an den Realitäten vorbei argumentieren. Denn schon lange gebe es die Zeit nicht mehr, um auf ein Regelwerk – den Fiskalpakt - zu warten, das in einem langwierigen bürokratischen Prozess von den nationalen Regierungen ratifiziert werden muss. Das deutsche Diktum „Regeln zuerst!“ müsse deshalb schleunigst von einem „Rettung zuerst“ abgelöst
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