(neu: Schlusskurs, Kommentar DZ Bank zu Solarworld)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien der deutschen Solarunternehmen haben US-Strafzölle gegen chinesische Konkurrenten am Freitag zeitweise mit deutlichen Kursgewinnen honoriert. Zum Handelsschluss verteuerten sich die Titel des Bonner Photovoltaik-Unternehmens Solarworld um 6,49 Prozent auf 1,624 Euro und waren Spitzenreiter im TecDax , der um 1,63 Prozent nachgab. Zwischenzeitlich waren die Solarworld-Aktien bis auf 1,80 Euro hochgesprungen. Die Aktien von Centrotherm Photovoltaics und SMA Solar hingegen konnten sich nicht im Plus halten. Centrotherm büßten 3,80 Prozent ein und SMA verloren 1,20 Prozent.
Das US-amerikanische Handelsministerium hat chinesische Solarimporte wegen Preisdumpings mit hohen Zöllen belegt. Zwischen 31 und 250 Prozent liegen die Zölle, wie das Ministerium am Donnerstag mitgeteilt hatte. Grund sei, dass chinesische Unternehmen dank Subventionierung durch den Staat unter Herstellungskosten anbieten würden. Die endgültige Entscheidung wird Anfang Oktober getroffen. Der deutsche Konzern Solarworld, der die Klage zusammen mit einigen US-Unternehmen der Branche in den USA ins Rollen gebracht hatte, begrüßte das Ergebnis. Die Aktien des US-Herstellers First Solar waren am Donnerstag um knapp sieben Prozent hochgeschnellt, die an der Wall Street gelisteten Titel des chinesischen Konkurrenten Trina Solar dagegen um fast acht Prozent abgesackt.
DZ BANK SENKT FAIREN WERT FÜR SOLARWORLD
Diese Nachrichten hätten vor allem Solarworld an diesem Tag geholfen, sagte ein Händler. Die Frankfurter Investmentbank Equinet schrieb, dass Solarworld und andere in den USA ansässige Solarunternehmen von dieser Entscheidung profitieren dürften. Allerdings sorgt sich Analyst Stefan Freudenreich nach wie vor über die Kosten-Wettbewerbsfähigkeit sowie die angespannte Bilanzlage von Solarworld und beließ die Aktie auf 'Hold' mit einem Kursziel von 1,65 Euro.
DZ-Bank-Analyst Sven Kürten blieb skeptisch und senkte den fairen Wert für die Solarworld-Aktie nach dem Bekanntwerden der US-Strafzölle gegen chinesische Solarimporte von 2,00 auf 1,50 Euro. Sein Anlageurteil lautet weiterhin 'Verkaufen'. Die Strafzölle lägen zwar am oberen Ende der Erwartungen und hälfen Solarworld in den USA, schrieb er, allerdings würden die chinesischen Solarmodule in anderen Märkten verkauft und erhöhten dort den Preisdruck. Daher sehe er für das Bonner Photovoltaikunternehmen fundamental keine große Verbesserung. /gl/ck/fn
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