Alle News 19.12., 13:48 DAS INVESTMENT

Fondspolice-Power aus den Schwellenländern

Mit Schwellenländerfonds können Anleger gutes Geld verdienen. Das ist gerade für die Altersvorsorge interessant. Zunehmend entdecken auch Fondspolicen China, Indien & Co.

Sandstrand, Meer, Palmen - Hua Hin ist ein Paradies im Herzen Thailands. Rund 180 Kilometer von Bangkok entfernt lockt das Seebad nicht nur die thailändische Königsfamilie alle Jahre wieder im Sommer an den Golf von Thailand. Der Badeort ist auch beliebte Altersresidenz für Rentner aus Deutschland, denen das Leben daheim zu teuer geworden ist.

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Für rund 80.000 Euro gibt es etwa in der Seniorenwohnanlage Lotuswell eine Zweieinhalb-Zimmer-Wohnung mit 80 Quadratmetern auf Lebenszeit. Die Anlage bietet Pool, Golfplätze, 24-Stunden- Betreuung im Fall der Pflegebedürftigkeit und mehr. 120 deutschsprachige Bewohner haben sich dort bereits angesiedelt. Bis Ende 2012 sollen es 220 sein.

Das Beispiel Lotuswell zeigt: Schwellenländer wie Thailand eignen sich, um dort entspannt den Lebensabend zu verbringen. Sie sind aber auch eine gute Wahl für Jüngere, die finanziell für die Rente vorsorgen wollen: Hohes Wirtschaftswachstum, geringe Verschuldung, junge Leute - für die Emerging Markets spricht vieles.

"Diese Märkte haben sich in der vergangenen Krise teilweise besser entwickelt als die industrialisierten Märkte und bieten langfristig große Wachstumschancen", sagt Hartmut Nickel-Waninger, Vertriebsvorstand bei der Gothaer.

Gerade über längere Laufzeiten ist dieser Renditevorteil interessant: "Schon ein Renditeunterschied von einem Prozent pro Jahr über eine Laufzeit von 25 Jahren kann einen Versorgungsunterschied von nahezu 20 Prozent ausmachen", sagt Nils Hemmer, Leiter Vertrieb Versicherungen bei Fidelity.

Für Langfrist-Sparer ist es also durchaus sinnvoll, ihre fondsgebundenen Rentenversicherungen mit diesen Wachstumsregionen zu bestücken. Wie aber sieht das Angebot der Versicherungen aus?



Schwellenländer im Angebot

DAS INVESTMENT hat bei 23 Versicherern nachgefragt, was ihre Fondspalette in Sachen China, Indien & Co. hergibt. Ergebnis: Im Schnitt haben die Gesellschaften sieben Schwellenländerfonds im Angebot.

Spitzenreiter ist der Lebensversicherer Ageas mit 22 Fonds, davon sind 15 börsengehandelte Indexfonds (Exchange Traded Funds, kurz ETFs). Das Schlusslicht unter den Emerging-Markets-Anbietern ist der Deutsche Ring mit nur einem Produkt, dem DWS Invest BRIC Plus (WKN: A0D P7P).

Das ist zu wenig, um auch innerhalb einer Fondspolice sinnvoll über Schwellenländer diversifizieren zu können - zumal man in modernen Fondspolicen meist bis zu zehn Produkte miteinander kombinieren kann.

Lieblingsfonds der Versicherer ist der Aktienfonds Magellan C von Comgest. Er ist in neun Fondspolicen zu haben, liegt bei der Performance über drei Jahre aber eher im unteren Mittelfeld (siehe untenstehende Tabelle).

Rendite-Spitzenreiter ist der Global Emerging Markets Equity Fund von Aberdeen (769 088), auf den Allianz, Heidelberger Leben und Skandia setzen. Er ist in den vergangenen drei Jahren um 117 Prozent gewachsen (siehe Chart).

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Das Investmentteam um Devan Kaloo sucht Unternehmen heraus, die freien Cashflow erzielen, etwa um hohe Dividenden ausschütten zu können. Derzeit setzt sich das Portfolio vor allem aus Finanzdienstleistern wie Banco Bradesco und Energieunternehmen wie Petrochina zusammen. Regionale Schwerpunkte liegen auf Brasilien, China und Indien. Anlegern muss bei diesem Fonds aber bewusst sein, dass sie ein Währungsrisiko eingehen. Die angebotene Tranche lautet nämlich auf Dollar.

Sowieso sind Dollar-Varianten in den angebotenen Fonds beliebt. Fünf der zehn am häufigsten angewählten Fonds in der Tabelle lauten auf Dollar, genauso viele auf Euro. Den JP Morgan Emerging Markets Equity etwa setzen drei Versicherer in der Dollar-, ebenfalls drei in der Euro-Variante ein.

Besser - wenn auch nur minimal - sind Anleger in den vergangenen drei Jahren mit der Euro-Tranche gefahren. Heimische Währungen der Schwellenländer - Chinesischer Yuan, Brasilianischer Real, Russischer Rubel, Thailändischer Baht - sucht man in den fondsgebundenen Versicherungen indes vergebens. Das ist schade, da im Sinne der Diversifikation eine Währung außerhalb der angeschlagenen Standardwährungen Euro und Dollar nicht zu verachten wäre.

Auch Rentenfonds oder die neuen vermögensverwaltenden Schwellenländerfonds sind in den Fondspaletten der Versicherungen noch Mangelware. Allerdings besteht Hoffnung. Die Versicherungen haben Anlagen in den Emerging Markets für ihre Fondspolicen als einen großen Trend der kommenden Jahre ausgerufen. Dementsprechend dürfte sich in den Angebotspaletten noch etwas tun.

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Dieser Artikel wird bereitgestellt von www.dasinvestment.com
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