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DAX vor einem Rückschlag

Nachdem die Märkte sich schon seit mehreren Tagen zunehmend auf die gestrige Sitzung des Offenmarktausschusses der amerikanischen Zentralbank FED fokussiert hatten, fiel das, was ihnen die Zentralbank zu bieten hatte, in Summe enttäuschend aus. Für den DAX dürfte es deswegen heute zunächst abwärts gehen.

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Die FED hat gestern angekündigt, ihr Twist-Programm, in dessen Rahmen sie kurzläufige Staatsanleihen ver- und langläufige ankauft, bis zum Jahresende zu verlängern. Insgesamt will sie in diesem Zeitraum Wertpapiere im Volumen von 267 Mrd. US-Dollar umschichten und hofft, damit die langfristigen Zinsen zu drücken. Mit dieser Ankündigung blieb die FED am unteren Ende dessen, was möglich gewesen wäre und auch, was die Börsen sich erhofft hatten. Insbesondere spekulierte so mancher Anleger im Vorfeld auf die Neuauflage des Wertpapieraufkaufprogramms (quantitative easing). Aber auch die Ankündigung einer weiter verlängerten Niedrigzinsphase oder der Aufkauf von Hypothekenpapieren waren Objekt von Spekulationen.

Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Sollte die Twist-Operation nicht ausreichen, um die Märkte zu beruhigen, wird die FED, die stabilere Kapitalmärkte selbst als eines der Ziele ihrer Aktionen genannt hat, nachlegen müssen. Auch ist es mehr als fraglich, ob es beim Jahresende als Schlusszeitpunkt der geldpolitischen Stützungsmaßnahmen bleibt. Denn zum Jahreswechsel greifen ohnehin mehrere fiskalische Daumenschrauben, wie das automatische Auslaufen der Steuerermäßigungen aus der Bush-Ära oder die letztes Jahr beschlossenen pauschalen Haushaltskürzungen. Die Schätzungen gehen davon aus, dass dieser Effekt, sollte er nicht noch nach der Wahl abgemildert werden, 5 Prozent des amerikanischen BIP ausmachen könnte.

Dass die FED diesem fiskalischen Schock noch einen geldpolitischen Entzug zur Seite stellen wird, ist kaum vorstellbar. Und sollte sie sich für eine Verlängerung entscheiden, wird sie ein anderes Mittel wählen müssen. Denn kurzläufige amerikanische Staatsanleihen wird sie zu diesem Zeitpunkt kaum noch in ihren Büchern halten.

Sollte sich also die Konjunktur nicht aufhellen, wird die FED nachlegen. In der Zwischenzeit können sich die Märkte auf die immer wahrscheinlicher werdende Zinssenkung der EZB freuen und hoffen, dass der EU bei ihrem Gipfel nächste Woche endlich der große Wurf zur Bekämpfung der Krise gelingt.

 

Autor: Dr. Adam Jakubowski

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