Es sah alles so vielversprechend für Gold aus: Die charttechnische Wende schien vollzogen und die Ankündigung einer neuen Runde des Wertpapieraufkaufprogramms durch die FED sollte für den nötigen Impuls für den Goldpreis sorgen. Nur: die FED hat nicht mitgespielt und alle Gold-Anleger, die auf dieses Szenario gesetzt hatten, auf dem falschen Fuß erwischt.
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Denn die FED hat sich darauf beschränkt, lediglich das Twist-Programm bis zum Jahresende zu verlängern, in dessen Rahmen sie kurzläufige Anleihen aus ihrem Bestand ver- und dafür Langläufer im gleichen Volumen aufkauft. Damit will sie insbesondere die langfristigen Zinsen drücken, ohne aber dabei die Geldmenge auszuweiten. Wenn aber die Geldmenge nicht steigt, fehlt die wichtigste Rückkopplung zum Inflationspotenzial, der wichtigsten Triebfeder des steigenden Goldpreises.
Insofern ist es nicht überraschend, dass die Ankündigung der FED am Goldmarkt mit Verkäufen quittiert wurde. Der Goldpreis verlor gestern über 40 US-Dollar, auch heute setzt sich die Verkaufswelle fort. Damit ist inzwischen das Mai-Tief nur noch knapp 20 US-Dollar entfernt. Wird es unterschritten, wäre die Marke von 1.500 US-Dollar das nächste Ziel.
Wie tief es tatsächlich geht, ist allerdings fraglich. Denn es gibt immer noch ausreichend potenzielle Käufer, die den niedrigeren Gold-Preis für die Aufstockung ihrer Goldpositionen nutzen wollen. Zu denken wäre hier insbesondere an die Zentralbanken aus den Schwellenländern, die mit Hochdruck daran arbeiten, ihre Währungsreserven stärker vom US-Dollar und vom Euro zu diversifizieren.
Und schließlich gilt gerade angesichts der jüngsten Konjunkturdaten aus den USA: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Nach derzeitigem Stand der Dinge ist es sehr unwahrscheinlich, dass die FED um das dritte quantitative easing-Programm herumkommt.
Autor: Dr. Adam Jakubowski
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