Der DAX hat gestern deutliche Ermüdungserscheinungen an den Tag gelegt. Der deutsche Leitindex musste ein Prozent abgeben, und erstmals seit langem starteten die Schnäppchenjäger keinen signifikanten Einstiegsversuch.
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Bei einem Niveau von etwa 7.000 Punkten scheinen Investoren, die die jüngste Rally mitgenommen haben, abgabewillig zu sein. Per Saldo stagniert der DAX deshalb seit dem Anfang der zweiten Augustwoche. Die Anleger fragen sich, ob die aktuelle Bewertung noch mit den Rahmenbedingungen vereinbar ist - denn in den nächsten Wochen droht ein ernsthafter Belastungstest.
Zum einen naht in der Euro-Krise die Stunde der Wahrheit. Die Politiker müssen entscheiden, ob und wie Griechenland an neues Geld kommen soll, die EZB wird ihre Anti-Krisen-Strategie präsentieren und Mitte September kommt schließlich das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Rettungsfonds ESM. Kaum vorstellbar, dass das alles ohne Turbulenzen über die Bühne geht.
Darüber hinaus werden neue Konjunkturdaten Aufschluss darüber geben, ob die Weltkonjunktur zu einer positiven Trendwende ansetzt. Heute gab es in dieser Hinsicht bereits die erste Enttäuschung, der von HSBC berechnete Einkaufsmanagerindex für die chinesische Industrie ist überraschend von 49,3 auf 47,7 Punkte gefallen und signalisiert eine stärkere Abschwächung. Am Nachmittag wird der vorläufige Wert für den amerikanischen PMI von Markit veröffentlicht. Gibt es auch in Übersee einen Rückschlag, dürfte die Hoffnung auf eine Konjunkturwende schwinden.
Allerdings ist eine Konsolidierung beim DAX ohnehin überfällig. Es wäre angesichts der drohenden Belastungen schon ein Erfolg, wenn diese unter größeren Schwankungen seitwärts verläuft.
Autor: Dr. Adam Jakubowski
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