Was war das für ein Fest, am 22. September 1987: Im Rüsselsheimer Theater feierte Opel damals sein 125-jähriges Jubiläum, die Spider Murphy Gang spielte ihre Hits „Skandal im Sperrbezirk“ und „Schickeria“ – und sogar der damalige Kanzler Helmut Kohl schaute in einem Opel Torpedo von 1911 auf einen Besuch vorbei. Hätte Firmengründer Adam Opel, der an diesem Tag 150 Jahre alt geworden wäre, dabei sein können: er hätte mit Stolz auf einen selbstbewussten Konzern geblickt.
Damals - nach sechs ertragsschwachen Jahren - hatte die Zuversicht wieder Einzug gehalten in Rüsselsheim. Mit einem Marktanteil von 15,6 Prozent war man dem großen Rivalen Volkswagen auf den Fersen. Die neuen Modelle Senator B und Omega versprachen eine bessere Zukunft. Heimlich schielte man sogar auf das Premiumsegment, dachte wehmütig an die große Vergangenheit mit Modellen wie dem Kapitän, Admiral und Diplomat. „Wir wollen unsere Produkte auch vor dem Tennis- oder Golfklub sehen“, tönte der damalige Opel-Chef Horst W. Herke damals. 1987, da waren sich die Opelaner sicher, würde zum Jahr werden, das die Wende bringt. Es folgte das beste Ergebnis seit acht Jahren.
25 Jahre später ist von der Zuversicht der Opelaner wenig übrig geblieben: Zum 150-jährigen Jubiläum wird es keine Feierlichkeiten im Theatersaal von Rüsselsheim geben. Stattdessen sind kleine, regionale Feiern in den Opel-Werken geplant. Große Festreden werden nicht erwartet, keine berühmte Band spielt, die Kanzlerin ist weit weg. Und für ein teures Unterhaltungsprogramm ist kein Budget vorgesehen. Nur die Beschäftigten und „Freunde der Marke“ sind eingeladen....
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