Irgendwann nach ihrem Aufstieg zur Kanzlerin vor sieben Jahren wurde Angela Merkel der Spitzname „Mutti“ verpasst. Ein Charakteristikum, das bis heute nicht zu der nüchternen Naturwissenschaftlerin passt. Weder gibt sich die 58-Jährige besonders mütterlich noch tritt sie auf wie ein tüdeliges Muttchen. Damals belächelten führende Christdemokraten die Frau aus dem Osten und sahen in ihr immer noch eine Übergangslösung. Inzwischen ist von ihnen so gut wie keiner mehr im Amt. Heute wird „Mutti“ eher gefürchtet.
Heute ist Merkel eher die „eiserne Kanzlerin“, die nicht marktschreierisch auftritt, sondern sich konsequent an den Sachthemen abarbeitet und dabei ihre Positionen durchdrückt. Aufkeimende Kritik, ob aus den eigenen Reihen oder der Opposition, lässt sie meist unkommentiert stehen – mit dem Effekt, dass Attacken gegen ihre Politik schnell wieder zum Erliegen kommen.
Dass sie mit dem, was sie tut, goldrichtig liegt, belegen alle Umfragen der jüngeren Zeit: Sie bescheinigen Merkel beste Beliebtheitswerte in der Bevölkerung und der Union den Platz eins der Parteien - trotz Euro-Krise und dem zum Teil desaströsen Auftreten ihrer schwarz-gelben Koalition. Doch es ist nicht alles eitel Sonnenschein. Merkels Regierung erscheint nicht wie ein Bündnis aus einem Guss. Nicht alle Minister ziehen mit ihr an einem Strang. Und auch in der Koalition rumort es gewaltig. Wer sind die Unruhestifter – und wer die Leisetreter in Merkels „Wunschkoalition“? Ein Überblick.
Philipp Rösler (FDP), der Fettnäpfchen-König
Philipp Rösler ist FDP-Vorsitzender, Vizekanzler – und immer für einen thematischen oder verbalen Ausrutscher gut. Die einstige Nachwuchshoffnung der Liberalen hat parteiintern schwer zu kämpfen....
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