Aktien von Fußballvereinen gelten gemeinhin als Liebhaberstücke für Fans, rein wirtschaftlich betrachtet haben sie bislang den meisten Anlegern wenig Freude bereitet. Zuletzt wurde dies wieder durch den enttäuschenden Börsengang von Branchenprimus Manchester United belegt, der Wert notiert mittlerweile mehr als 5 Prozent unter dem Emissionskurs.
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Die Vereine leiden an einem kaum lösbaren Dilemma. Sportlicher Erfolg führt zwar kurzfristig zu Mehreinnahmen, weckt aber Begehrlichkeiten, die sich u.a. in stark steigenden Gehältern niederschlagen. Kommt dann die nächste - im Sport fast unvermeidliche - Schwächephase, liegen die Ausgaben schnell deutlich über den Einnahmen.
Ob Borussia Dortmund diesen Weg angesichts der hohen kaufmännischen Disziplin dieses Mal vermeiden kann, muss sich noch zeigen. Die Gesellschaft hat für das letzte Geschäftsjahr dank großer Erfolge (Meisterschaft, DFB-Pokalsieg) zunächst einmal hervorragende Zahlen vorgelegt. Der Umsatz erhöhte sich um 40 Prozent auf 191,2 Mio. Euro, dabei wurde ein Nettogewinn von 34,3 Mio. Euro erwirtschaftet.
Gleichzeitig steigen aber auch die Personalkosten, binnen Jahresfrist um 30 Prozent auf 74 Mio. Euro. Mittelfristig erhöht sich daher das wirtschaftliche Risiko. Solange der Verein fußballerisch auf der Erfolgswelle schwimmt, sind die Perspektiven der Aktie kurzfristig aber nicht schlecht, der Wert notiert knapp unter dem Jahreshöchstkurs und könnte vor allem durch Champions-League-Erfolge stimuliert werden. Bis dahin wird den Aktionären die Zeit mit der erstmaligen Zahlung einer Dividende versüßt, deren exakte Höhe aber noch nicht beschlossen wurde.
Autor: Dr. Adam Jakubowski
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