Auf ein solches Signal haben die Märkte gewartet. Die Aussage von EZB-Präsident Mario Draghi, dass die europäische Zentralbank alles notwendige tun wird, um den Euro zu erhalten, wirkte gestern wie ein Raketenantrieb für die weltweiten Börsen. Der DAX legte um 2,7 Prozent auf 6.582 Punkte zu, gegenüber dem Tagestief betrug der Zugewinn sogar über 4 Prozent.
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Ein Befreiungsschlag auch in charttechnischer Hinsicht, da damit auf Schlusskursbasis auch die Unterstützung bei 6.400 Punkten klar verteidigt werden konnte. Bemerkenswert ist dabei, dass der Markt mit seiner Rally auf eine scheinbare Selbstverständlichkeit reagiert hatte. Es wäre ja kaum nachvollziehbar, wenn die EZB als die Hüterin des Euro nicht alle ihr rechtlich zur Verfügung stehenden Mittel nutzen würde, um die Gemeinschaftswährung zu stabilisieren. Das Neue steckt im Detail, namentlich darin, was die Zentralbänker nun als rechtlich zulässig einstufen. Mit dem Hinweis auf den gestörten Transmissionsmechanismus scheint die EZB nun den Interpretationsspielraum auszuweiten und den Boden für Käufe von Staatsanleihen zu bereiten. Vor allem in Verbindung mit der einen Tag zuvor getroffenen Aussage des österreichischen EZB-Ratsmitglieds Nowotny, der die Erteilung einer Banklizenz für den europäischen Rettungsfonds ESM ins Spiel brachte, verdichten sich die Signale, dass die EZB nun ihre Gangart gegen die Krise massiv verschärfen will.
An den hohen Haushaltsdefiziten und der konjunkturellen Schwäche im Süden des Kontinents wird dies zwar zunächst noch wenig ändern, aber es dürfte kurzfristig die Märkte beruhigen und den Reformern die notwendige Zeit erkaufen. Die akute Gefahr einer Eskalation wird damit deutlich entschärft, die Unsicherheit, die zuletzt auf den Kursen gelastet hatte, dürfte nun abnehmen.
Und mit der nächste Woche anstehenden Sitzung des Offenmarktausschusses der FED wartet schon der nächste hoffnungsvolle Termin auf die Börsianer, rechnen doch inzwischen fast alle mit einer neuen Runde des Quantitative Easing. In Verbindung mit der niedrigen Bewertung und der bisher im Durchschnitt positiv verlaufenden Berichtssaison stehen die Chancen somit nicht schlecht, dass die Woche einen positiven Ausklang findet.
Autor: Dr. Adam Jakubowski
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