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Angst vor der FDP, Angst um die FDP

HANDELSBLATT

Es dauerte am Sonntagabend keine Stunde nach Schließung der Wahllokale, da versuchte FDP-Chef Philipp Rösler Frust und Enttäuschung in Kampfesstimmung umzuwandeln: „Jetzt erst recht“, rief Rösler den FDP-Anhängern in der Parteizentrale in Berlin als Antwort auf die donnernde Niederlage bei der bayerischen Landtagswahl zu. „Dieses Ergebnis ist ein Weckruf für alle Liberale“, fügte er mit Blick auf die Bundestagswahl kommenden Sonntag hinzu.

Die Strategie der FDP – und auch der Union – ist damit klar: Das Ergebnis für die Liberalen in Bayern sei keinesfalls Omen für die Wahl im Bund, betonten Spitzenpolitiker beider Parteien. „In Bayern ticken die Uhren anders“, sagte FDP-Parteichef Philipp Rösler. CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe pflichtete ihm mit Hinweis auf die traditionelle Schwäche der Liberalen in Bayern bei. Aber paradoxerweise hoffen die Liberalen, von genau diesem schwachen Ergebnis im Freistaat im Bund zu profitieren. Und die Union fürchtet genau dies.

Dabei saß der Schock bei der FDP am Sonntagabend schon tief. Dass die Fünf-Prozent-Hürde in Bayern so klar unterschritten wurde, sorgte für betretene Gesichter bei den Liberalen in Berlin und München. Die Strategie lief ins Leere, vor allem diejenigen Bürger zur Stimme für die Liberalen zu bewegen, die keine Rückkehr zur CSU-Alleinregierung wollten.

Intern rechnen die Liberalen allerdings damit, dass sie nun von einer Art Mitleidseffekt profitieren werden. „Zweitstimmenkampagne“ heißt deshalb die Losung für die letzte Wahlkampfwoche. Eine solche „Stützstimmenkampagne“ von Unions-Wählern hält auch der Mainzer Parteienforscher Jürgen Falter durchaus für erfolgversprechend. Vielen Wählern werde jetzt deutlich, dass die Union im Bund auch ohne die FDP wohl weiter regieren könne – „aber eben in einer anderen Konstellation mit einer anderen Politik“.

Den Vorreiter machte Außenminister Guido Westerwelle, der in seinem Bonner Wahlkreis eine Absprache zwischen den Kreisvorsitzenden von CDU und Liberalen traf. Demnach will sich die CDU in Bonn entgegen der offiziellen Parteilinie auf das Werben um die Erststimme konzentrieren und die Bonner FDP auf die Zweitstimme setzen. Die FDP-Zentrale hat bereits 80 ihrer Kandidaten in besonders umkämpften Wahlkreisen geraten, vor Ort mit dem Mitbewerber von CDU oder CSU ein Stimmensplitting zu vereinbaren. Bereits vor einer Woche hatte die FDP zudem ein Plakat mit der Aufschrift „Zweitstimme FDP“ vorgestellt.

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