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Anleger hoffen auf Ende der Ukraine-Krise

Reuters

Frankfurt (Reuters) - Eine Annäherung zwischen Russland und der Ukraine hat am Mittwoch an den internationalen Finanzmärkten die Hoffnung auf eine Lösung des Ukraine-Konfliktes geweckt.

Allerdings warnten viele Börsianer vor einer Enttäuschung, da noch viele Fragen offen seien. Der Dax stieg um 1,3 Prozent auf 9626,49 Punkte, der EuroStoxx50 legte 1,2 Prozent auf 3218,84 Punkte zu. An der Wall Street notierte der Dow-Jones zum Handelsschluss in Europa 0,2 höher, der S&P-Index kam aber kaum vom Fleck. "Wenn der Konflikt tatsächlich gelöst wird, wäre das positiv und könnte die Börsen weiter hochtreiben", sagte ein Händler. "Aber wirklich daran glauben mag ich noch nicht."

Der russische Präsident Wladimir Putin erklärte, seine Ansichten und die des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko über den Weg aus der Krise lägen nah beieinander. Bis zum Freitag könnte eine Einigung zwischen der Regierung in Kiew und den pro-russischen Separatisten erzielt werden. An dem Tag wollen die EU-Staaten über neue Wirtschaftssanktionen gegen Russland entscheiden. Genau das sorgte bei Börsianer aber auch für Stirnrunzeln: "Man könnte schon meinen, dass es Putin nur darum geht, die Sanktionen zu verhindern", sagte einer.

Trotz aller Skepsis überwog aber von Moskau bis London die Erleichterung. Die Leitindizes<.IRTS an der Moskauer Börse schossen um 5,2 beziehungsweise 3,5 Prozent hoch, der Rubel stieg zum Dollar um 1,6 Prozent. In London schloss der "Footsie" mit 6873 Punkten in Sichtweite seines zeitweise erreichten 14-1/2-Jahres-Hoch von 6898,62 Punkten.

Auffallend war, dass der Umsatz im Dax am Vormittag mit den ersten Meldungen über eine mögliche Waffenruhe kräftig anzog. Mit 90 Millionen Aktien für 3,4 Milliarden Euro war das Handelsvolumen so hoch wie seit Mitte August nicht mehr, obwohl am Nachmittag weniger umgesetzt wurde.

Etwas in den Hintergrund rückte die am Donnerstag anstehende Ratssitzung der EZB in Frankfurt. Die Erwartungshaltung im Markt sei hoch und damit auch das Enttäuschungspotenzial, warnte Andreas Paciorek, Marktanalyst bei CMC Markets. "Liefert Draghi den Märkten allerdings ein Geschenk, könnte die Freude darüber den Dax schnell wieder auf Rekordjagd schicken."

SAP EINZIGER DAX-VERLIERER

Europaweit waren die Aktien von Unternehmen gefragt, die zuletzt wegen ihres Russland-Geschäfts unter Druck gestanden hatten wie Adidas und Beiersdorf, die mit Kursgewinnen von 2,8 beziehungsweise zwei Prozent zu den größten Gewinnern im Dax zählten. Die Aktien der österreichischen Raiffeisen Bank und des finnischen Reifen-Herstellers Nokian Renkaat legten 6,2 und 7,5 Prozent zu.

An der MDax-Spitze standen die Titel von Rheinmetall. Ein Bericht der Wochenzeitung "Die Zeit" über Forderungen von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel nach einer Fusion der beiden deutschen Panzerhersteller Rheinmetall und Krauss-Maffei Wegmann (KMW) löste Übernahmephantasie aus. Die Aktien verteuerten sich um 4,3 Prozent auf 43,83 Euro.

Im Dax stand allein SAP auf der Verliererliste. Die Titel rutschten um knapp ein Prozent ab, nachdem der Konzern einem Medienbericht zufolge ebenso wie der Rivale Oracle eine Einladung zur Übernahme der US-Reisesoftwarefirma Concur Technologies erhalten hat. Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research fürchtet, dass eine Übernahme der Amerikaner SAP zu teuer käme. Concur stiegen in New York um rund sieben Prozent. Oracle legten 0,4 Prozent zu. Daneben drückte auch eine Verkaufsempfehlung SAP: Exane BNP hatte SAP auf "underperform" von "neutral" heruntergestuft.

In Paris zogen LVMH um 2,9 Prozent an, nachdem im Streit um eine rund 23-prozentige Beteiligung an der für ihre Seidenschals bekannten Traditionsfirma Hermes eine Einigung erzielt wurde. Damit platzten Spekulationen auf eine Übernahme von Hermes, deren Aktien um 3,4 Prozent absackten.

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