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Anleger setzen auf lockere Geldpolitik der Notenbanken

Reuters

Frankfurt (Reuters) - Die Hoffnung auf frische Geldspritzen der EZB hat den europäischen Aktienmärkten zum Wochenschluss Schwung verliehen.

Der Dax kletterte um 0,8 Prozent auf 10.144 Zähler, der EuroStoxx50 gewann 0,9 Prozent. Genährt wurden die Spekulationen durch die jüngsten Äußerungen von EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny, der größere Anstrengungen zur Ankurbelung der anhaltend niedrigen Inflation im Euro-Raum gefordert hat. Laut Andreas Paciorek vom Brokerhaus CMC Markets erwarten Börsianer aber auch von Seiten der chinesischen Regierung und der Bank of Japan zusätzliche Liquidität, um die heimische Wirtschaft zu stützen.

Für den Euro ging es angesichts der Spekulationen auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik im Euro-Raum bergab. Die Gemeinschaftswährung fiel zurück auf 1,1353 Dollar, nachdem sie am Donnerstag zeitweise noch bei knapp 1,15 Dollar gelegen hatte. Die EZB pumpt seit März durch den Ankauf von Anleihen und anderen Wertpapieren monatlich im Schnitt 60 Milliarden Euro in die Finanzmärkte, um damit die Inflation nach oben zu treiben. Der große Schub für die Preisentwicklung blieb bislang aber aus. An den Finanzmärkten wird daher bereits darauf spekuliert, dass EZB-Chef Mario Draghi das derzeit auf 1,14 Billionen Euro angelegte und bis September 2016 laufende Kaufprogramm ausweitet.

WANN KOMMT DIE US-ZINSWENDE?

Mit Spannung warten Anleger auch auf weitere Hinweise zur künftigen Geldpolitik in den USA. Eine Reihe enttäuschender Konjunkturdaten hatte die Erwartung einer baldigen Zinswende zuletzt gedämpft. Am Donnerstag eröffneten positive Nachrichten vom Arbeitsmarkt und ein Anstieg der Kernrate bei den Verbraucherpreisen Experten zufolge allerdings doch noch die Tür für eine Anhebung in diesem Jahr. Am Nachmittag stehen die Industrieproduktion für September und das US-Verbrauchervertrauen der University of Michigan für Oktober auf der Agenda.

Unter den Einzelwerten sorgte Hugo Boss zum Wochenschluss für Verdruss unter den Anlegern. Der Modekonzern hat nach einem enttäuschenden dritten Quartal seine Ziele für das Gesamtjahr gekippt. Die im MDax notierten Aktien rauschten um bis zu 10,4 Prozent auf 91,62 Euro in die Tiefe. Das war der größte Tagesverlust seit vier Jahren. Belastend wirkten sich vor allem Umsatzrückgänge in China und eine negativen Entwicklung des Geschäfts in den USA aus.

AKTIEN VON LUXUSGÜTERHERSTELLERN EUROPAWEIT UNTER DRUCK

Tief im Minus steckten auch die Aktien der Luxusgüterhersteller in ganz Europa. Die Titel von Swatch, Richemont, Kering, LVMH, Christian Dior, Prada und Salvatore Ferragamo verloren bis zu 4,3 Prozent.

Im Dax standen RWE mit einem Plus von 3,1 Prozent an der Spitze des Index und machten damit ihre Verluste vom Vortag fast wieder wett. Die Versorgeraktien leiden seit Monaten unter den Folgen des Atomausstiegs, seit Jahresbeginn haben RWE bereits mehr als 50 Prozent an Wert eingebüßt.

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