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Anleger setzen auf lockere Geldpolitik der Notenbanken

Reuters

Frankfurt (Reuters) - Die Hoffnung auf frische Geldspritzen der EZB hat die europäischen Aktienmärkten auch am Freitag angetrieben.

Der Dax kletterte um bis zu ein Prozent auf 10.167 Punkte. Allerdings machten dem Leitindex dann Gewinnmitnahmen etwas zu schaffen - das Börsenbarometer lag am Nachmittag nur noch 0,3 Prozent höher bei 10.090 Zählern. Der EuroStoxx50 gewann 0,5 Prozent. "Die Hoffnungen auf eine spätere Zinserhöhung in den USA sowie weiteres Billiggeld von der Europäischen Zentralbank sorgen bei den Marktteilnehmern für gute Laune", sagte Analyst Christian Henke vom Brokerhaus IG Markets.

Genährt wurden die Spekulationen durch die jüngsten Äußerungen von EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny, der größere Anstrengungen zur Ankurbelung der anhaltend niedrigen Inflation im Euro-Raum gefordert hat. Auch die im September gefallenen Preise in der Euro-Zone schürten bei vielen Investoren die Hoffnung, dass das Anleihekaufprogramm verlängert oder vergrößert wird.

Für den Euro ging es daher weiter bergab. Die Gemeinschaftswährung fiel auf 1,1353 Dollar, nachdem sie am Donnerstag zeitweise noch bei knapp 1,15 Dollar gelegen hatte. Die EZB pumpt seit März durch den Ankauf von Anleihen und anderen Wertpapieren monatlich im Schnitt 60 Milliarden Euro in die Finanzmärkte, um damit die Inflation nach oben zu treiben. Der große Schub für die Preisentwicklung blieb bislang aber aus. An den Finanzmärkten wird daher bereits darauf spekuliert, dass EZB-Chef Mario Draghi das derzeit auf insgesamt 1,14 Billionen Euro angelegte und bis September 2016 laufende Kaufprogramm ausweitet.

WANN KOMMT DIE US-ZINSWENDE?

Mit Spannung warten Anleger auch auf weitere Hinweise zur künftigen Geldpolitik in den USA. Eine Reihe enttäuschender Konjunkturdaten hatte die Erwartung einer baldigen Zinswende zuletzt gedämpft. Am Donnerstag eröffneten positive Nachrichten vom Arbeitsmarkt und ein Anstieg der Kernrate bei den Verbraucherpreisen Experten zufolge allerdings doch noch die Tür für eine Anhebung in diesem Jahr. Am Freitagnachmittag stehen die Industrieproduktion für September und das US-Verbrauchervertrauen der University of Michigan für Oktober auf der Agenda.

Unter den Einzelwerten gerieten Hugo Boss unter Druck. Der Modekonzern hat nach einem enttäuschenden dritten Quartal seine Ziele für das Gesamtjahr gekippt. Die im MDax notierten Aktien rauschten um rund elf Prozent in die Tiefe. Das war der größte Tagesverlust seit vier Jahren. Belastend wirkten sich vor allem Umsatzrückgänge in China und eine negativen Entwicklung des Geschäfts in den USA aus.

VERSORGERWERTE ERHOLEN SICH ETWAS

Im Dax standen RWE mit einem Plus von 2,6 Prozent an der Spitze und machten damit ihre Verluste vom Vortag fast wieder wett. Die Versorgeraktien leiden seit Monaten unter den Folgen des Atomausstiegs, seit Jahresbeginn haben RWE bereits mehr als 50 Prozent an Wert eingebüßt. E.ON gewannen 1,8 Prozent.

In Paris legten die Aktien des Einzelhandelsriesen Carrefour um fast sieben Prozent zu. Die wirtschaftliche Erholung in Europa treibt die Geschäfte der Franzosen an. Neben dem wichtigen Heimatmarkt zeigen insbesondere südeuropäische Länder deutliche Erholungstendenzen.

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