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Auslandsaktien: Und noch ein Bier

BÖRSE FRANKFURT

Mit der Fußball-WM steigt auch der Bierdurst. Der Brauereikonzern, der am meisten profitieren könnte, ist Anheuser-Busch InBev.

12. Juni 2014. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Dass heute Abend die Fußball-Weltmeisterschaft startet, dürfte auch Brauereien freuen, denn WM-Zeit ist Bierzeit. Deutschlands Bierbrauer haben bereits ihre Produktion hochgefahren. Von dem Mega-Event dürften aber auch die internationalen Großkonzerne profitieren.

Einer Studie zufolge soll der Bierkonsum in Brasilien während der Spiele um 37 Prozent steigen, in Europa und den USA dürfte es ähnlich sein, erklärt Jan Vrbsky von der Baader Bank. Wichtigster Profiteur ist seiner Ansicht nach Anheuser-Busch InBev. Die Konzernmarke Budweiser ist einer der Hauptsponsoren. Die Aktie des weltweit größten Brauereikonzerns Anheuser-Busch InBev (WKN 590932) hat sich zuletzt extrem gut entwickelt: In den vergangenen zwölf Monaten ging es um 18 Prozent nach oben. In den vergangenen drei Jahren hat sich der Kurs verdoppelt, seit einem Tief Ende 2008 sogar fast versiebenfacht.

Kaufempfehlung für AB InBev

Credit Suisse hat Anheuser-Busch InBev (AB InBev) gerade zum Kauf (Outperform) empfohlen, die Aktie gehört sogar zu den Favoriten der Schweizer Bank unter den europäischen Konsumgüterwerten. Das Kursziel wurde von 87 auf 90 Euro hochgesetzt, aktuell notiert die Aktie bei 83,05 Euro. Pluspunkt von AB InBev sei vor allem die breite Aufstellung, der Konzern erwirtschafte 30 % seiner Umsätze in den USA, 24 Prozent in Brasilien, 12 Prozent in Asien/Pazifik, 11 Prozent in Mexico und 10 Prozent in Europa, der Rest verteile sich auf andere Regionen.

Die Branche ist nämlich nicht ohne Probleme: Der Bierkonsum in Europa ist rückläufig, bemerkt Walter Vorhauser von Close Brothers Seydler. 2013 tranken zum Beispiel die Deutschen pro Kopf nur noch 106,6 Liter Bier, im Jahr 2000 waren es noch fast 126 Liter. Die Bierbrauer suchen das Heil daher in Schwellenländern.

Heineken profitiert von Afrika

Heineken setzt auf Afrika, wo schon ein Fünftel des Umsatzes erwirtschaftet wird, erklärt Vorhauser. In den kommenden Jahren sollen dort jährlich 500 Millionen Euro investiert werden, neben Südafrika sei Nigeria wichtigster Umsatzträger. Die Niederländer, weltweit die drittgrößten Bierbrauer, sind gut ins neue Jahr gestartet, dabei legte der Konzern besonders in Afrika und Amerika deutlich zu.

Anleger sind in diesem Jahr mit Heineken (WKN A0CA0G) nicht schlecht gefahren: Die Aktie kletterte von 49,14 Euro per Jahresschluss auf aktuell 52,65 Euro. Im vergangenen Jahr mussten Investoren zwar kleine Einbußen hinnehmen, zwischen März 2009 und März 2013 hatte sich der Kurs allerdings fast verdreifacht.

Sabmiller: erfolgreich in Schwellenländern

Einen Sprung nach oben machte diese Woche die Aktie von Sabmiller (WKN 861038), weltweit auf dem zweiten Platz. Es gab Übernahmegerüchte, die sich aber bisher nicht konkretisiert haben, meldet Vrbsky. Die Aktie hatten sich seit 2009 sukzessive verteuert, trat vergangenes Jahr aber auf der Stelle, seit Jahresanfang ging es dafür um 14 Prozent nach oben. Sabmiller hat im ersten Quartal für Europa einen rückläufigen operativen Gewinn ausgewiesen, in Afrika und Lateinamerika lief das Geschäft aber gut.

Carlsberg leidet unter Osteuropa

Als defensiven Wert bezeichnet Vrbsky Carlsberg (WKN 861061). Auf Sicht von einem Jahr kommen Anleger mit der Aktie auf ein Plus von 12,7 Prozent, auf Sicht von zwei Jahren sind es 35 Prozent. Die Dänen, global auf dem vierten Platz, verkauften im ersten Quartal dieses Jahres weniger Bier und rutschten sogar in die roten Zahlen vor allem wegen der unsicheren Lage in Osteuropa. In Russland hat Carlsberg Unternehmensaussagen zufolge einen Marktanteil von gut 38 Prozent.

Vorsicht bei AmBev

In den kommenden Wochen wird das Bier fließen, nach dem WM-Finale am 13. Juli im Estádio Maracanã in Rio ist allerdings wieder Alltag angesagt, auch für die Brauereikonzerne. Dass das Setzen auf Schwellenländer Risiken birgt, zeigt das Beispiel des brasilianischen Brauereikonzerns AmBev, der zur AB InBev-Gruppe gehört. Credit Suisse hat AmBev jedenfalls von Outperform auf Neutral zurückgestuft und das Kursziel von 20 auf 18 Real reduziert.

Bis zur WM werde es noch gut laufen, danach sehe es aber schlecht aus. Vor allem die trüberen Wachstumsaussichten Brasiliens stünden dem Unternehmen, das 64 Prozent seines Umsatzes in Brasilien generiert, im Wege. Investoren, die auf AmBev (WKN A1W749) an der Börse Frankfurt gesetzt haben, konnten ihren Einsatz zwischen Ende 2008 und Anfang 2013 zwar mehr als verfünffachen, seitdem ging es aber um rund 20 Prozent nach unten ­ auch bedingt durch die Schwäche des Real.

von Anna-Maria Borse, Deutsche Börse AG
© 12. Juni 2014

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