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Aussicht auf entschlossene geldpolitische Maßnahmen

„Die entschlossenen Worte eines europäischen Entscheiders, in diesem Fall EZB-Präsident Mario Draghi, können in der Tat die Wende in der europäischen Staatsschuldenkrise einläuten“, ist Robert Spector, CFA bei MFS Investment Management überzeugt. Doch müssten diesen Worten auch Taten folgen. Die angekündigte Lockerung der Geldpolitik sei nun zwingend notwendig, wolle die EZB ihre Glaubwürdigkeit nicht verlieren. Draghis Äußerungen ähnelten denen vom Chef der US-amerikanischen Notenbank Fed, Ben Bernanke, aus dem Februar 2009. Sie hätten damals wesentlich dazu beigetragen, Märkte und Öffentlichkeit zu überzeugen, dass die Fed Deflationsrisiken im Rahmen ihres Mandats entschlossen bekämpfen werde. Im Dezember des Jahres senkte die Zentralbank den Leitzins. Für Erfolg oder Misserfolg der Reflationierungsbemühungen hält Spector den Goldpreis (in Euro) für einen guten Indikator: „In Euro gerechnet befindet er sich noch immer im Aufwärtstrend, auch wenn seit einem Jahr eine gewisse Konsolidierung zu beobachten ist.“ Ein Ausbruch aus dem Trendkanal nach oben wäre ein Hinweis darauf, dass die Anstrengungen erfolgreich waren.Fed hält Lockerung der Geldpolitik für wenig riskant„Auch die Fed könnte die Geldpolitik weiter lockern, vielleicht schon auf der Offenmarktausschuss-Sitzung im September“, vermutet der CFA. Dies wäre allerdings ein mutiger Schritt. Der derzeitige Aufschwung in den USA habe vor über drei Jahren begonnen und das Land befände sich heute, anders als viele Länder Europas, nicht wieder in der Rezession. „Die Fed hält eine Lockerung der Geldpolitik aber für wenig riskant, und letztlich sind die kurzfristigen Inflationsrisiken auch nicht besonders hoch.“ Zwar könnten massive Bilanzauswertungen auf lange Sicht Risiken für die Preisstabilität bergen, kurzfristig machten sich die Zentralbanken aber keine Sorgen darüber - „insbesondere in einem Wahljahr“, so Spector.„Zwar wollen Fed und EZB bei Bedarf handeln, aber weil die Richtung der Konjunktur nach wie vor unsicher ist, sind heftige Marktschwankungen nicht auszuschließen“, konstatiert Jeffrey D. Morrison, CFA bei MFS Investment Management. Die Schuldenkrise und die damit verbundene Rezession im Euroraum, die schwächere Konjunktur in den Emerging Markets und zahlreiche Herausforderungen in Japan hätten zur Folge, dass sich amerikanische Aktien in den vergangenen Jahren meist überdurchschnittlich entwickelten. Gemessen an anderen Märkten erschienen sie daher heute teuer, zumal auch die Gewinnerwartungen nachgelassen hätten. „Im Vergleich dazu sind europäische Aktien trotz der anhaltenden Krise und des schwächeren Konjunkturausblicks günstig bewertet“, sagt Morrision. „Wenn die EZB handelt und den europäischen Politikern so mehr Zeit gibt, um eine engere Fiskalunion bzw. politische Union auszuhandeln, könnten europäische Aktien schon bald die Führung übernehmen.“ Das Risiko von Dominoeffekten und einem Auseinanderbrechen des Euroraums wäre dann vom Tisch.Aktienmärkten stehen Länder- und Branchenrotationen bevorDefensive Sektoren haben aufgrund der enttäuschenden internationalen Konjunkturdaten und der recht hohen gesamtwirtschaftlichen Risiken in den USA und Europa in den vergangenen Monaten zyklischere Werte hinter sich lassen können. Aus technischer Sicht wirkten sie stark überkauft.  Zudem erschienen defensive Aktien teurer und ihr Gewinnausblick habe sich gemessen an den Gewinnrevisionen verschlechtert. „Zyklischere Sektoren sind hingegen attraktiver bewertet und ihr Gewinnausblick verbessert sich zumeist“, so Morrison. Der Ausblick für die Weltwirtschaft bleibe jedoch alles andere als gut. Allerdings erlaube der abnehmende Inflationsdruck eine expansivere Geld- und Fiskalpolitik, was gut für das Wirtschaftswachstum sei und insbesondere konjunkturintensiven Aktien entgegenkomme. Morrsion erwartet, dass den internationalen Aktienmärkten schon bald eine ausgeprägte Länder- und Branchenrotation bevorstehen könnte: „Erneute Konjunkturenttäuschungen sowie geld-, fiskal- und allgemeinpolitische Fehler könnten aber auch zur Folge haben, dass sich an der aktuellen relativen Entwicklung nichts ändert.“  Längerfristig erwartet der Experte, dass der anhaltende Risikoabbau in den Industrieländern zu einer längeren Phase mit einem unterdurchschnittlichen und uneinheitlichen Wachstum führe. Daher könne es in Zukunft häufiger zu Länder- und Branchenrotationen kommen.(PD)powered by

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