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Bank of China stärkt sich

Börsen-Zeitung

Börsen-Zeitung, 8.5.2014

ge Berlin - Die deutsche Zweigniederlassung der Bank of China stärkt sich mit einer Kapitalerhöhung über 1 Mrd. Renminbi - knapp 120 Mill. Euro - für den Wettstreit um die künftig einzige Clearingbank im Euroraum. Eine entsprechende Absichtserklärung, das Clearing und Settlement von Zahlungen in Renminbi (bzw. Yuan) in Frankfurt zu etablieren, war Ende März anlässlich des Besuchs des chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping in Deutschland unterschrieben worden. Neben dem viertgrößten chinesischen Kreditinstitut dürfte sich auch Chinas größtes Finanzinstitut Industrial and Commercial Bank of China ICBC bewerben, hieß es schon vor Wochen in Frankfurt. Die Entscheidung, welche der beiden führenden fernöstlichen Adressen für grenzüberschreitende Yuan-Geschäfte mit dem Aufbau der Clearingbank beauftragt wird, fällt die People's Bank of China, die Zentralbank der Volksrepublik - Datum ungewiss.

Um dem eigenen Anspruch mehr Gewicht zu verleihen, verlegte die Bank of China die Ankündigung ihrer Kapitalerhöhung durch das Stammhaus nach Berlin, wo der chinesische Botschafter Shi Mingde für eine zunehmende Zusammenarbeit der Industrien beider Länder warb. Ein Clearing in Frankfurt sei dabei ein "historischer Moment für die chinesisch-deutsche Handelsentwicklung". Bereits heute seien 8 000 deutsche Unternehmen in China aktiv, während umgekehrt rund 2 000 Unternehmen aus seinem Heimatland in Deutschland investierten. Für China sei Deutschland der größte Handelspartner.

Aufgabenteilung

Die Bank of China versicherte derweil, dass das Aufstocken des Eigenkapitals von bisher 282 Mill. Euro angesichts der Expansion hierzulande schon seit längerem geplant gewesen sei. Für 2012 weisen die Frankfurter (mit weiteren Niederlassungen in Hamburg, Düsseldorf und Berlin) ein Geschäftsvolumen von 8,1 Mrd. Euro aus, das im vergangenen Jahr noch ausgeweitet werden konnte. Und weil die BaFin "die anspruchsvollste Bankenaufsicht der Welt" sei - charmierte der hiesige General Manager Guang Li -, solle die Kapitalerhöhung die Grundlage bilden, die eigenen Geschäfte weiter auszubauen. Zugleich solle die stärkere Kapitalbasis aber auch die Leistungsfähigkeit des Renminbi-Handels steigern.

Bislang gibt es nur drei Offshore-Renminbi-Zentren: Das erste wurde 2004 in Hongkong gegründet mit der Bank of China als Clearingbank. 2013 folgten - mit der gleichen Bank als Clearer - das bislang eher aufkommensschwache Yuan-Zentrum in Taiwan sowie das südostasiatische Finanzzentrum Singapur, wo ICBC das Clearing-Mandat gewann.

Da Chinas führendes Kreditinstitut schon lange stark in London engagiert ist, spräche einiges für eine Aufgabenteilung zwischen beiden Häusern: Die ICBC erhält von der chinesischen Nationalbank das Mandat für das neue Londoner Offshore-Zentrum für die bis dato nicht frei handelbare, aber rasant an Bedeutung gewinnende chinesische Währung. Im Euroraum würde diese Aufgabe dagegen die Bank of China in Frankfurt übernehmen - finanziell gestärkt, wie sie ab sofort ist.

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